Adhäsiv mit Dentinstaub mischen

Der Einsatz adhäsiver Sealer bei der Wurzelkanalfül- lung hat mit steigendem Interesse an der adhäsiven Endodontie zugenommen. Unterschiedliche Faktoren beeinflussen den adhäsiven Verbund im Wurzelkanalsystem: Spüllösungen, Kompositschrumpfung bei der Polymerisation und geometrische Aspekte. Es wurden verschiedene Studien zur Optimierung der Klebetech- niken am Dentin im Wurzelkanal publiziert. Selbstätzende Adhäsive sind sehr populär, doch ihre Wirkung kann durch die starke Pufferkapazität und Modulationswirkung des Dentins im Wurzelkanal beeinträchtigt werden. Ein höherer Fülleranteil in den Adhäsiven zur Verbesserung der Haftwerte und zur Reduktion der Schrumpfung ist im geometrisch ungünstigen Wurzelkanalsystem mit einem sehr hohen C-Faktor nicht die Lösung. Adhäsive mit einer dickeren Schichtstärke könnten als „Stress Breaker“ fungieren und so die Haftwerte erhöhen. Populär sind auch Materialien auf Polyesterbasis. Diese Systeme sollen über einen niedrigviskösen Sealer einen adhäsiven Verbund zwischen dem Dentin im Wurzelkanal einerseits und dem Kernmaterial andererseits generieren und einen so ge- nannten Monoblock im Wurzelkanal ausbilden. Dieser dichte Verbund lässt sich aber nicht immer so einfach erreichen. Als eine Möglichkeit, den adhäsiven Verbund zu verbessern, wird die Beimischung von Dentinstaub zum Adhäsiv beschrieben. In der vorliegenden Studie sollte diese These in vitro an extrahierten Prämolaren und Molaren überprüft werden. Zum Einsatz kamen AH Plus (Epoxidharz, Dentsply) und Hybrid Root Seal (Methacrylat, Sun Medical) als Sealer sowie Liner Bond 2V (Kuraray) als Adhäsiv. Es wurden drei Grup- pen untersucht: Sealer allein, Sealer mit Adhäsiv und Sealer mit Adhäsiv und Dentinstaub. AH Plus allein zeigte höhere Haftwerte (2,06) als Hybrid Root Seal (0,41) ohne Zusatz von Adhäsiv. Durch den Zusatz von Adhäsiv wurden die Haftwerte bei AH Plus reduziert (0,45) und bei Hybrid Root Seal erhöht (1,32). Der Zu- satz von Dentinstaub erhöhte die Haftwerte in beiden Gruppen auf 1,03 bzw. 1,55. Die niedrigeren Haftwerte von Hybrid Root Seal allein lassen sich durch eine un- vollständige Polymerisation und den hohen C-Faktor im Wurzelkanal erklären.

Schlussfolgerungen: Die Haftwerte von Hybrid Root Seal wurden durch den Einsatz eines selbstätzen- den Adhäsivs mit und ohne Dentinstaub erhöht. Das Adhäsiv reduzierte die Haftwerte bei AH Plus. Unter Berücksichtigung der Grenzen dieser In-vitro-Studie lässt sich folgern, dass die Beimischung von Dentinstaub die Verbindung zwischen methacrylathaltigen Sealern und dem Wurzeldentin verbessern kann.

Belli S, Cobankara FK, Ozcopur B, Eliguzeloglu E, Eskitascioglu G. An alternative adhesive strategy to optimize bonding to root dentin. J Endod 2011;37: 1427-1432. 

Kompositversorgungen als Stoßdämpfer auf Implantaten

Bei natürlichen Zähnen funktionieren der parodontale Faserapparat und der umliegende Knochen als Stoß- dämpfer, der die auf den Zahn einwirkenden Kaukräfte absorbiert. Wenn ein Zahn durch ein Implantat ersetzt werden muss, entfällt dieser Puffer, und die auftreten- den Kräfte werden direkt auf den Knochen übertragen. Das Design und das Material der Versorgung beein- flussen die Rigidität dieses Systems. Ein neues Kon- zept verbindet ein verschraubtes, mit Keramik individualisiertes Titan-Abutment mit einem darauf adhäsiv befestigten keramischen Veneer. Dieser Ansatz lässt sich auch mit einer Kombination aus Keramik/Komposit- Abutment oder Keramik/Kompositversorgung realisie- ren. In der vorliegenden Studie sollte der dämpfende Einfluss der verschiedenen Versorgungskombinationen mit Hilfe eines Periometers in vitro untersucht werden. 120 konische Implantate (Titamax CM 11 mm) wurden in eine den Knochen simulierende Acrylatbasis gesetzt und mit 60 CAD/CAM-gefertigten Zirkonoxid-Ab- utments sowie 60 Metall-Komposit-Abutments (Paradigm MZ100) versorgt. Mit Hilfe des Cerec-3-Systems wurden standardisierte Onlays (60) und Kronen (60) gestaltet und aus Keramik (Paradigm C) oder Komposit (Paradigm MZ100) formgeschliffen, um Oberkieferprämolaren zu simulieren. Die adhäsive Befestigung sämtlicher Versorgungen erfolgte mit vorgewärmtem lichthärtendem Komposit (Filtek Z100). 15 extrahierte Oberkieferprämolaren wurden als Kontrollgruppe verwendet. Mit einem Perio- meter, einem Gerät zur Messung der Zahnbeweglichkeit mit Hilfe eines Energieverlust-Koeffizienten (LC), wurden senkrecht auf Versorgungen und natürlichen Zähnen die entsprechenden Werte bestimmt. Es erfolgten drei Messungen des LC für jedes Muster. Der Einfluss der verschie- denenVariablen (Abutmentmaterial, Restaurationsmaterial und Design der Restauration) auf den LC wurde untersucht. Die durchschnittlichen LC der Zirkon- und der Metall-Komposit-Abutments lagen bei 0,040 bis 0,053 bzw. 0,059 bis 0,068. Zirkon-Abutments mit Kompositversorgungen zeigten mit 0,051 bis 0,053 LC-Werte, die de- nen von natürlichen Zähnen am nächsten kamen (Parodontalligament 0,049).

Schlussfolgerungen: Kronen und Onlays aus Komposit, die auf Zirkon-Abutments adhäsiv befestigt werden, zeigen ähnliche dynamische Eigenschaften (Dämpfungsverhalten) wie natürliche Zähne. Diese Versorgungsart erscheint vielversprechend und sollte weiter untersucht werden.

Magne P, Silva M, Oderich E, Boff LL, Enciso R. Damping behavior of implant-supported restorations. Clin Oral Implants Res 2011;22 (DOI: 10.1111/j.1600-0501.2011.02311.x).