Häusliches Zähnebleichen – Patienten­ zufriedenheit und Nebenwirkungen

Das Bleichen der Zähne mit Hilfe von Substanzen auf Peroxidbasis ist eine effektive und kostengünstige Methode, die sich im Einsatz in der Praxis und zu Hause über Jahrzehnte bewährt hat. Klinische und Labor­ studien, in denen mögliche Nebenwirkungen wie der Einfluss auf die Haftwerte an der Zahnoberfläche, end­ odontische Probleme, externe Wurzelresorptionen, gin­givale Irritationen und Kanzerogenität über einen kurzen Zeitraum untersucht wurden, haben das Bleichen mit 10%igem Karbamidperoxid als sicher bewertet. Es gibt aber kaum Langzeitstudien zu diesem Thema, obwohl das Karbamidperoxid oft über einen längeren Zeitraum unkontrolliert von den Patienten angewendet wird.

In einer retrospektiven Langzeituntersuchung soll­ten die Zufriedenheit der Patienten und mögliche Ne­benwirkungen des häuslichen Zähnebleichens über einen Zeitraum von 10 bis 17 Jahren (Durchschnitt: 12,3 Jahre) bewertet werden. Es wurden Teilnehmer von in den Jahren 1989 und 1996 an der University of North Carolina durchgeführten Studien rekrutiert, bei welchen 10%iges Karbamidperoxid in Nachtschienen verwendet worden war. 31 Teilnehmer (22 Frauen, 9 Männer) konnten nachuntersucht werden.

Bei allen Patienten war das Bleichen der Zähne erfolg­reich gewesen. 61 % (19 Patienten) hatten ihre Zähne da­ nach nicht noch einmal gebleicht. Von diesen waren mit ihrer aktuellen Zahnfarbe 31 % sehr, 54 % ziemlich und 15 % gar nicht zufrieden. Die Personen, die das Bleichen wiederholt hatten, waren mit ihrer Zahnfarbe ausnahms­los sehr oder ziemlich zufrieden. Der Gingiva­Index (GI) betrug bei 91 % der untersuchten Zähne 0 (normal), wäh­rend 7 % einen GI von 1 (leichte Entzündung) und 2 % ei­ nen GI von 2 (moderate Entzündung) aufwiesen. 69 % der Zähne reagierten beim CO2­Sensibilitätstest positiv. Auf den Röntgenbildern konnten keine apikalen Läsionen festgestellt werden. 87 % der Befragten gaben an, dass sie ihre Zähne wieder bleichen würden.

Schlussfolgerungen: Die Patientenzufriedenheit nach häuslichem Zähnebleichen kann auch über einen längeren Zeitraum von 10 bis 17 Jahren anhalten. Es ließen sich keine klinisch signifikanten Nebenwirkun­gen des Bleichens während dieser Zeit feststellen. Das häusliche Zähnebleichen kann als sichere Behandlung bezeichnet werden.

Boushell LW, Ritter AV, Garland GE et al. Nightguard vital bleaching: side effects and patient satisfaction 10 to 17 years post-treatment. J Esthet Restor Dent 2011;23 (DOI: 10.1111/j.1708-8240.2011.00480.x). 

Erste Langzeiterfahrungen mit Zirkonoxidbrücken

Festsitzender Zahnersatz (Brücken) mit Metallgerüsten stellt heute aufgrund seiner hervorragenden mechani­ schen Stabilität noch immer den Goldstandard der prothetischen Versorgung dar. Metallkeramische Brü­cken weisen sowohl im Front­ als auch im Seitenzahn­ bereich beider Kiefer ein gutes klinisches Langzeit­überleben auf. Diese guten Ergebnisse gelten als Maßstab für die aus alternativen Werkstoffen wie Ke­ ramik gefertigten Brücken.

In einer prospektiven klinischen Studie erhielten 45 Patienten, bei denen eine oder mehrere festsitzende Teilprothesen im Seitenzahnbereich vorgesehen wa­ ren, insgesamt 57 drei­ bis fünfgliedrige Brücken auf Zirkoniumdioxidbasis. Die Gerüste wurden mit Hilfe eines CAM­System­Prototyps (DCM – direct ceramic machining, direkte Keramikbearbeitung) hergestellt, bei dem das Zirkoniumdioxid zuerst im Weißzustand (nach dem Schleifen schrumpfen die Gerüste beim Sintern um ca. 25 %) verarbeitet wird. Anschließend wurden die Gerüste mit dem Prototyp einer Verblendkeramik ver­blendet. Die Eingliederung der Brücken erfolgte mit­ tels Adhäsivtechnik (Variolink oder Panavia 21TC). Zu Beginn sowie nach 6 Monaten, 1, 2, 3, 5, 8 und 10 Jah­ ren unter Funktion wurden die Brücken auf technische und/oder biologische Komplikationen hin untersucht. Zusätzlich wurde die Gesundheit des Parodonts der Pfeilerzähne (Testzähne) und unbehandelter Kontroll­zähne bewertet.

Es wurden 21 Patienten mit 26 festsitzenden Brü­ cken über eine mittlere Beobachtungsdauer von 10,7 ± 1,3 Jahren untersucht. Da insgesamt 16 Brücken für eine Nachbeobachtung nicht zur Verfügung standen und 15 Brücken aufgrund technischer/biologischer Kompli­kationen ersetzt werden mussten, lag die 10­Jahres­ Überlebensrate der festsitzenden Brücken bei 67 %. Es kam zu drei Gerüstfrakturen, was eine 10­Jahres­ Über­lebensrate der Zirkoniumdioxidgerüste von 91,5 % er­gab. Bei 16 Brücken wurden im Verlauf der 10 Jahre Absplitterungen (Chipping) bzw. Frakturen der Ver­blendkeramik festgestellt (Komplikationsrate 32 %). Es wurde eine signifikante Korrelation zwischen der Spann­ weite der Brücken und dem Auftreten von Chipping beobachtet: Vier­ und fünfgliedrige Brücken wiesen eine 4,9­mal höhere Wahrscheinlichkeit von Chipping auf als dreigliedrige Brücken. Im Verlauf der 10 Jahre wurde bei 90,7 % der Brücken ein Auswaschen der Ze­ mentfuge festgestellt. Bei 11 Brücken (Komplikations­ rate 27 %) trat eine Sekundärkaries auf. Hinsichtlich der Parodontalgesundheit fanden sich keine Unterschiede zwischen denTest­ und den Kontrollzähnen.

Schlussfolgerungen: Die Zirkoniumdioxidgerüste wiesen eine sehr gute Langzeitstabilität auf. Dennoch zeigten sich an den Brücken auf Zirkoniumdioxidbasis häufig Probleme wie Defizite beim Randschluss oder Chipping der Verblendkeramik. Beide Probleme könnten mit dem Prototypenstatus des Systems und der damit verbundenen Unerfahrenheit von Behandler und Zahn­ techniker in Zusammenhang stehen. Neuere Arbeiten zeigen höhere Erfolgsraten und weniger Chipping. Vor allem die Abkühlphase scheint beim Abplatzen der Verblendkeramik eine entscheidende Rolle zu spielen.

Sax C, Hämmerle CH, Sailer I. 10-year clinical outcomes of fixed dental prostheses with zirconia frameworks. Int J Comput Dent 2011;14:183-202.