Zusammenhang zwischen Übergewicht und Karies bei Kindern

Die Ernährung hat einen Einfluss sowohl auf Übergewicht als auch auf Karies. Dieser Zusammenhang ist schon in verschiedenen Studien zur Gesundheit der Bevölkerung hervorgehoben worden. Das Ziel der vorliegenden systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse war es, den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Karies bei Kindern zu untersuchen und zu quantifizieren.

Die Suche in den Datenbanken Embase, MedLine, ScienceDirect, Ovid und PsychInfo beschränkte sich auf Studien in englischer Sprache aus den Jahren von 1980 bis 2010. Relevante Beiträge wurden von drei Gutachtern unabhängig voneinander ausgewertet. Es wurden 14 Studien eingeschlossen. In allen Arbeiten fand sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen Übergewicht bei Kindern und Karies. Die Analyse der Art der Dentition (bleibende versus Milchzähne) ergab keinen signifikanten Zusammenhang, aber in Studien mit standardisierten Messmethoden zur Erhebung des

Übergewichts unter Verwendung des BMI (Body Mass Index) wurde bei Kindern mit bleibenden Zähnen ein starker signifikanter Zusammenhang zwischen Übergewicht und Karies festgestellt. Bei einer Differenzierung der Studien nach Regionen zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen Übergewicht und Karies bei Kindern aus industrialisierten Ländern, nicht aber bei Kindern aus weniger industrialisierten Ländern. Kofaktoren wie Alter und soziale Schicht hatten einen signifikanten Einfluss.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse bestätigen die positive Verknüpfung von Übergewicht und Karies bei den bleibenden Zähnen, auch wenn der kausale Zusammenhang dieser Beziehung nicht vollständig klar ist und es noch weiterer Studien bedarf, um die Zusammenhänge genauer abzuklären.

Hayden C, Bowler JO, Chambers S et al. Obesity and dental caries in children: a systematic review and meta- analysis. Community Dent Oral Epidemiol 2012 Nov 16. DOI: 10.1111/cdoe.12014 [Epub ahead of print]. 

Erklärungen der Konsensus­ konferenz zur Periimplantitis

Bei der überwiegenden Mehrheit gut dokumentierter oraler Implantate zeigen sich sehr günstige langfristi- ge klinische Resultate. – Ein beschränkter Verlust an Knochen im Bereich des Knochenkamms (crestal bone loss = CBL) und des Knochens um Implantate kann ei- ne biologische Reaktion auf das Setzen eines Implan- tates darstellen. – Ein CBL kann neben Infektionen auch auf andere Gründe zurückzuführen sein. – Ein CBL kann um Implantate auftreten und den Erfolg die- ser Implantate langfristig beeinflussen. – Manche Implantate können einen substanziellen Knochenverlust aufweisen, aber es kann ein stabiler Zustand ohne ei- nen weiteren klinisch signifikanten Knochenverlust beobachtet werden. – Nach dem Setzen und der Ver- sorgung kommt es zu einer adaptiven Veränderung des Niveaus des Knochenkamms. – Periimplantitis ist zur Beschreibung aller CBL ein ungeeigneter Begriff. – Der Begriff Periimplantitis ist an dieser Stelle definiert als eine Infektion mit Vereiterung und einem klinisch signifikant fortschreitenden CBL nach der adaptiven Phase. – Im Gegensatz hierzu wird eine periimplantäre Mukositis als eine Entzündung der periimplantären Mukosa ohne erkennbar fortschreitenden CBL definiert. – Die Remodellation des Knochens einschließlich CBL wird durch entzündliche Vorgänge beeinflusst. – Implantat-, behandler- und patientenbezogene Faktoren sowie Fremdkörperreaktionen können zu einem CBL beitragen. Implantatbezogene Faktoren: Material, Eigen- schaften der Oberfläche und Design (z. B. Einfachheit der Plaqueentfernung); behandlerbezogene Faktoren: chirurgische und prothetische Erfahrung, Fähigkeiten und Ethik; patientenbezogene Faktoren: systemische Erkrankungen und Medikamente, orale Erkrankungen (z. B. unbehandelte oder refraktorische parodontale Erkrankungen, lokale Infekte), Verhalten (z. B. Mitarbeit und Motivation bei der Mundhygiene und der Nach- sorge, Rauchen) und anatomische Gegebenheiten (z. B. Knochenvolumen und -dichte, Qualität der Weichge- webe); Fremdkörperreaktionen: z. B. Korrosionsproduk- te oder Zementüberschüsse in den Weichgeweben. – Obwohl eine Röntgenaufnahme kein absolut genaues Bild des Kontakts zwischen Knochen und Implantat oder der Situation des Knochenkamms vermittelt, stellen periapikale Röntgenbilder ein wichtiges klini- sches Hilfsmittel beim Setzen der Implantate und zur Verlaufskontrolle dar. – Regelmäßig angefertigte Röntgenaufnahmen können dem Behandler helfen, im zeitlichen Verlauf Veränderungen des Knochenniveaus zu beobachten. – Periimplantäre Untersuchungen ein- schließlich Taschenmessung und Blutungsindex kön- nen nicht als Indikatoren des CBL um Implantate ver- wendet werden. – Ein purulentes Exsudat zusammen mit einem klinisch signifikanten Fortschreiten des CBL bedarf einer therapeutischen Intervention. – Obwohl aktuell verwendete und bewährte Konzepte zur Implantatbehandlung erfolgreich und sehr zuverlässigsind, kann das von verschiedenen Faktoren wie z. B. Patientenverhalten, klinischer Erfahrung und Nachsorge beeinflusste Resultat durch mehr oder weniger große Risiken gefährdet werden. Die Bestimmung der Erfolgsrate von Implantaten erfolgt in einer allgemeinen Population von Patienten, die unter spezifischen und manchmal sehr strikten Vorgaben behandelt und untersucht werden. Solche Erhebungen hängen von ei- ner Vielzahl von Variablen einschließlich der Beobachtung und Nachkontrolle über einen längere Zeitraum ab. Aus diesen Gründen kann die prozentuale Erfolgs- rate in der Population stark schwanken. Im Fall jedes einzelnen Patienten bedarf es einer umfassenden Untersuchung, um das Risiko der spezifischen Situation zu bestimmen. Daher kann das Ergebnis für ein Individuum vom kalkulierten Durchschnitt einer großen Po- pulation abweichen. – Wenn dentale Implantate nach den aktuell etablierten Protokollen gesetzt und ver- sorgt werden, lässt sich wie in vielen Studien be- schrieben eine Erfolgsrate von über 95 % nach 10 Jahren erreichen. Die Häufigkeit einer Periimplantitis liegt unter diesen Bedingungen unter 5 %. – Bei vorhande- nen signifikanten Risikofaktoren auf Seiten des Patienten oder einer nicht optimalen klinischen Leistung können niedrigere Erfolgsraten beobachtet werden. – Basierend auf der Geschichte und der Entwicklung der Implantattherapien können auch weiterhin hervorra- gende klinische Ergebnisse erwartet werden.

AlbrektssonT, Buser D, Chen ST et al. Statements from the Estepona Consensus Meeting on Peri-implantitis, February 2-4, 2012. Clin Implant Dent Relat Res 2012; 14:781-782.