Der Vorteil von DVTs bei der Erkennung periapikaler Läsionen

Ziel einer endodontischen Behandlung ist es, den Zahn in seiner normalen Funktion zu erhalten und eine apikale Läsion zu vermeiden bzw. auszuheilen. Aktuell werden periapikale Röntgenbilder (konventionell oder digital) während und nach der Behandlung zur Beur- teilung verwendet. Periapikale Röntgenbilder liefern eine zweidimensionale Ansicht einer dreidimensionalen (3-D) Struktur. Solche Aufnahmen können periapikale Läsionen in dichtem Knochen nicht immer darstellen. Läsionen einer bestimmten Größe in Bereichen mit einer dünnen Kortikalis werden zwar abgebildet, aber bei dickerer Kortikalis sind sie nicht mehr zu erkennen. Sowohl In-vitro- als auch In-vivo-Studien haben dies bestätigt. Dentale digitale Volumentomographien (DVTs) liefern 3-D-Bilder, welche die Überlagerung anatomischer Strukturen ausschalten und sich deshalb zur Darstellung apikaler Läsionen in dichtem Knochen eignen. Der Einsatz einer DVT hilft auf nonin- vasive und präzise Weise bei der Erkennung und Differenzialdiagnose von periapikalen Läsionen. Deren Prä- valenz wurde unter Einsatz von konventionellen und DVT-Aufnahmen verglichen. In-vitro- und In-vivo-Studien haben gezeigt, dass DVTs in der Erkennung von periapikalen Läsionen effektiver als periapikale Röntgen- bilder sind.

In der vorliegenden Studie wurde die Prävalenz einer apikalen Parodontitis (AP) an 138 einzelnen Zähnen bei 130 Patienten mit einer irreversiblen Pulpitis (symptomatisch und asymptomatisch) auf periapikalen Röntgenbildern und DVTs verglichen. Zwei kalibrierte Untersucher analysierten die Aufnahmen. 307 Wurzeln wurden sowohl auf periapikalen Röntgenbildern als auch auf DVT-Aufnahmen beurteilt. Auf den periapikalen Röntgenbildern waren bei 10 (3,3 %) AP-Läsionen vorhanden und bei 297 (96,7 %) nicht vor- handen. Die Bewertung der gleichen 307 Wurzeln auf den DVTs ergab, dass bei 42 (13,7 %) AP-Läsionen vorhanden und bei 265 (86,3 %) nicht vorhanden waren. Die auf den DVTs gefundene Prävalenz von AP-Läsionen war in der symptomatischen Gruppe signifikant höher als in der asymptomatischen Gruppe (p < 0,05). Zusätzliche 22 Läsionen wurden nur auf dem DVT erkannt.

Schlussfolgerungen: Die vorliegende Studie belegt den Vorteil von DVT-Aufnahmen bei der Erkennung von periapikalen Läsionen, vor allem bei Zähnen mit einer symptomatischen irreversiblen Pulpitis.

Abella F, Patel S, Duran-Sindreu F, Mercadé M, Bueno R, Roig M. Evaluating the periapical status of teeth with irreversible pulpitis by using cone-beam computed tomography scanning and periapical radiographs. J Endod 2012;38:1588-1591. 

Füllen in einem Inkrement bei Kavitäten mit hohem C-Faktor

Um das Füllen von Kavitäten weiter zu vereinfachen und auch Zeit zu gewinnen, ist der neueste Trend in der Komposittechnologie die Entwicklung von fließfä- higen Materialien, die sich in Inkrementen bis zu 4 mm Dicke einsetzen lassen. Bisher galt eine inkrementelle Schichttechnik als Standard, um die Bildung von Spalten als Folge der Polymerisationsschrumpfung zu vermeiden und eine adäquate Haftung zur Zahnhartsubstanz zu gewährleisten. Zur Klärung der Frage, ob diese Schichttechnik sich durch eine einzeitige Füllungsmethode ersetzen lässt, muss die Leistungsfähigkeit der modernen fließfähigen Komposite in tiefen und engen Kavitäten mit einem hohen C-Faktor unter- sucht werden.

Der Einfluss einer einzeitigen Füllmethode („bulk- filling“) bei posterioren Kavitäten mit einem hohen C-Faktor auf die Haftwerte am Dentin unter der Kavität sollte in vitro untersucht werden. Ein universelles fließfähiges Komposit (G-ænial Universal Flo, Fa. GC), ein „bulk-fill“ fließfähiges Basiskomposit (SDR Posterior Bulk Fill Flowable Base, Fa. Dentsply) und ein herkömm- liches Füllungskomposit (Z100, Fa. 3M Espe) wurden nach Anwendung eines Adhäsivs (G-ænial Bond, Fa. GC) in standardisierte Kavitäten mit unterschiedlichen C-Faktoren eingebracht: C = 3,86 (Klasse-I-Kavität, 2,5 mm tief, „bulk-filled“), C = 5,57 (Klasse-I-Kavität, 4 mm tief, „bulk-filled“), C = 1,95 (Klasse-I-Kavität, 2,5 mm tief, gefüllt in drei gleichen Schichten) und C = 0,26 (flache Oberfläche). Nach Lagerung für 1 Woche in Wasser wurden die Versorgungen in vier rechteckige Segmente aufgeteilt und einem Haftwerttest unterzogen.

Es ergaben sich signifikante Unterschiede zwischen den Durchschnittswerten der experimentellen Grup- pen (Kruskal-Wallis-Test, p < 0,0001). Beim Einsatz des „bulk-fill“ fließfähigen Basiskomposits SDR wurden im Haftwerttest keine signifikanten Unterschiede zwischen den verschiedenen Kavitätentypen gemessen (p > 0,05). Beim Einsatz des universellen fließfähigen Komposits G-ænial Universal Flo und des herkömmlichen Füllungskomposits Z10 waren die Haftwerte am Kavitätenboden nicht signifikant verschieden von denen des SDR, wenn die Kavitäten in Schichten gefüllt wurden oder eine Schicht auf einer flachen Oberfläche aufgebracht wurde; die Haftwerte waren aber signifikant niedriger, wenn die Klasse-I-Kavitäten unabhängig von der Tiefe der Kavität in einem Inkrement gefüllt wurden.

Schlussfolgerungen: Die Füllungstechnik und die Art des verwendeten Komposits können einen großen Einfluss auf die Haftwerte des Materials haben, was besonders für Kavitäten mit einem hohen C-Faktor gilt. Während das „bulk-fill“ fließfähige Basiskomposit unabhängig von der Füllungstechnik und derTiefe der Kavität zufriedenstellende Haftwerte erreichte, versagte die Haftung beim Einsatz konventioneller Komposite bei der Füllung in einem Inkrement.

Van Ende A, de Munck J, van Landuyt KL, Poitevin A, Peumans M, van Meerbeek B. Bulk-filling of high C-factor posterior cavities: Effect on adhesion to cavity-bottom dentin. Dent Mater 2013;29:269-277.