Einfluss des Präparationswinkels auf die Frakturresistenz von Zirkonoxidversorgungen

Verschiedene Studien haben die Eigenschaften von Yttrium-teilstabilisierten Zirkonoxidkeramiken (Y-TZP) und deren klinische Einsatzmöglichkeiten beschrieben. Der klinische Erfolg dieser Versorgungen hängt aber auch von weiteren Faktoren wie der Präparation des Zahnes und der Gestaltung der Restauration ab, welche sich über die Jahre nur wenig verändert ha- ben. Die Präparation für prothetische Versorgungen war einer der ersten Aspekte, für den spezifische Emp- fehlungen gegeben wurden. Bereits 1923 beschrieb Prothero, dass die gesamte okklusale Konvergenz (TOC), welche aus den Konvergenzwinkeln zwischen den gegenüberliegenden axialen Flächen liegt, zwischen 2 und 5o betragen sollte. Die idealenTOC-Werte liegen zwischen 2 und 22o. Studien haben gezeigt, dass es schwierig ist, Präparationen mit tiefen durch- schnittlichenTOC-Werten zu erreichen, welche je nach Ziel der Präparation (extraorale Übung oder intraorale Praxis) sowieTyp und Ort der involvierten Zähne bzw. dentalen Flächen zwischen 14,1 und 27,3o schwankten. Für metallfreie Restaurationen, die in CAD/CAM- Systemen verarbeitet werden, wird einTOC-Wert von 12o empfohlen, und zwar vor allem wegen der marginalen und internen Passung als Resultat diesesTOC.

Der Einfluss des Konvergenzwinkels der Präparation auf die Frakturresistenz von Y-TZP-basierten Keramikgerüsten (YZ – Vita YZ), die mit Feldspatkeramik verblendet wurden (VM9 – Vita VM9), sollte in vitro untersucht werden. Zur Ermittlung der Stressverteilung im System erfolgte eine Finite-Elemente-Stressanalyse (FEA). 80YZ-Gerüste wurden mit Hilfe eines CAD/CAM- Systems hergestellt und in Abhängigkeit vom TOC- Wert in vier Gruppen (n = 20) unterteilt: G6 = 6o TOC, G12 = 12oTOC, G20 = 20oTOC und G20MOD = 20oTOC mit einem modifizierten Gerüst. Alle Gerüste wurden mit VM9 verblendet, auf einem faserverstärkten Epoxidharzstumpf befestigt und bis zum Bruch belastet. Die Hälfte der Proben aus jeder Gruppe (n = 10) wurde vor dem Test einer zyklischen Ermüdung unterzogen (106 Zyklen). Es erfolgte eine Analyse der Misserfolge, um die Ursache der Frakturen zu bestimmen. Die Daten wurden statistisch mittels Anova- und Tukey-Test (? = 0,05) ausgewertet.

Die größte Frakturresistenz zeigte sich bei der G20MOD-Gruppe, wie es von der FEA vorhergesagt worden war. Die zyklische Ermüdung hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Frakturresistenz. Katastro- phale Misserfolge, die von der internen okklusalen Oberfläche ausgingen, waren außer bei G20MOD die häufigste Misserfolgsart.

Schlussfolgerungen: Die YZ-VM9-Rekonstruktionen hielten unabhängig vomTOC-Winkel der Präparationen größeren Kräften stand, als sie bei physiologischen okklusalen Belastungenauftreten. DasG20MOD-Design zeigte unter den untersuchten experimentellen Bedingungen die besten Werte.

Corazza PH, Feitosa SA, Borges AL, Della Bona A. Influence of convergence angle of tooth preparation on the fracture resistance of Y-TZP-based all-ceramic restorations. Dent Mater 2013;29:339-347. 

Gibt es einen Standard für die biologische Breite?

Bei der Versorgung von Zähnen wird der Positionierung des Randes der Rekonstruktion eine große Bedeutung für den Erhalt der parodontalen Gesundheit beigemessen. Diese Position könnte einen Einfluss bei der Auslösung oder Progression einer parodontalen Erkrankung haben. Die biologische Breite wurde als das jeden Zahn umgebende epitheliale und suprakrestale bindegewebige Attachment beschrieben. Es wird vermutet, dass dieses eine Schutzbarriere darstellt. Zum Thema der biologischen Breite existieren viele Meinungen und Aussagen. Ziel dieser Übersichtsarbeit war es, die Daten zur biologische Breite beim Men- schen auszuwerten.

Die Datenbanken Medline, Embase, Cochrane, Web of Science und Biosis wurden elektronisch sowie die Zeitschriften Journal of Clinical Periodontology, Journal of Periodontology und Journal of Periodontal Research and Periodontology von Hand durchsucht. Originalar- beiten mit Studien am Menschen wurden eingeschlossen. Das Risiko einer Verfälschung wurde anhand der Cochrane-Methodologie bewertet. 14 Studien wurden eingeschlossen, wobei 6 Arbeiten zu einer Metaanalyse histologischer und klinischer Daten beitrugen. Es fand sich eine klare Heterogenität zwischen den Studien in Bezug auf Methoden und die Bewertung der Resultate. Die in der Metaanalyse gefundenen Werte für die biologische Breite lagen zwischen 2,15 und 2,30 mm. Es zeigten sich aber sehr große intra- und interindividuelle Unterschiede (Werte zwischen 0,2 und 6,73 mm). Zahntyp und -lokalisation, vorhandene Versorgungen und parodontale Erkrankungen sowie parodontale Eingriffe beeinflussten die Dimension der biologischen Breite.

Schlussfolgerungen:

• Es gibt eine signifikante intra- und interindividuelle Variabilität bei der Dimension der biologischen Breite.

• Es lässt sich keine „magische Zahl“ für die biologische Breite und damit auch kein Behandlungsziel empfehlen, da die Verwendung von Durchschnittswerten die aktuelle klinische Situation maskieren könnte.

• Die Durchschnittswerte aus den Metaanalysen für die biologische Breite lagen zwischen 2,15 und 2,30 mm.

• Parodontale und transgingivale Sondierungen kön- nen zur Bestimmung der Dimension des Saumepithels und des bindegewebigen Attachments nützlich sein.

• Die Dimension der biologischen Breite scheint durch parodontale Erkrankungen beeinflusst zu sein.

• Vor der Bewertung der biologischen Breite müssen gesunde parodontale Verhältnisse geschaffen werden.

• Für das sogenannte Remodeling nach einer chirur- gischen Kronenverlängerung scheinen mindestens 6 Monate erforderlich zu sein.

Schmidt JC, Sahrmann P, Weiger R, Schmidlin PR, Walter C. Biologic width dimensions – a systematic review. J Clin Periodontol 2013;40:493-504.