CO2-Laser zur Vorbehandlung von Zirkonoxidgerüsten

Zirkonoxid wird seit einigen Jahren klinisch eingesetzt. Bei der Verblendung von Gerüsten aus Zirkonoxid kann es zu Abplatzungen kommen, wenn die Haftung der Keramik ungenügend ist oder das Material nicht korrekt verarbeitet wird (Abkühlung etc.). Die Vorbehandlung der Oberfläche zur Erhöhung der Haftung der Verblendkeramik wird kontrovers diskutiert. Dies gilt vor allem für das Sandstrahlen.

In einer In-vitro-Studie sollte der Einfluss auf die Haftwerte zwischen Zirkonoxidgerüst und Keramik nach drei unterschiedlichen Vorbehandlungen der Zir- konoberfläche untersucht werden. Es wurden insgesamt 160 dicht gesinterte Zirkonproben vorbereitet und zufällig in vier Gruppen eingeteilt: Kontrolle (keine Vorbehandlung, Gruppe C), Sandstrahlen (Gruppe S), Sandstrahlen mit anschließendem Regenerationsbrand (Gruppe SH) und Bestrahlung mit einem CO2-Laser (Puls-Modus, Gruppe L). Nach der Behandlung der Oberflächen wurde Keramik auf die Zirkonoberflächen gebrannt. Die Hälfte der Proben in jeder Gruppe wurde ohne künstliche Alterung (initiale Haftwerte – SBS) und die andere Hälfte nach Lagerung für 1 Monat in Wasser (Alterungs-SBS) untersucht. Zur Beurteilung der kristallographischen Veränderung der Keramikoberflächen kam die Röntgendiffraktometrie (XRD) zum Einsatz. Die Ergebnisse wurden statistisch ausgewertet (ANOVA und Tukey-Test, p = 0,05).

Die anfänglichen Durchschnittswerte (SBS) der Gruppen S, SH und L lagen bei 31,3 ± 5,7 MPa, 29,2 ± 7,0 MPa und 32,1 ± 7,5 MPa. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren dabei nicht signifikant. Die Kontrollgruppe wies mit 24,8 ± 6,7 MPa deutlich niedrigere Werte als die Gruppen S und L auf. Zusätzlich fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen den initialen Werten und denen nach der Alterung jeder Gruppe. Die XRD zeigte, dass Sandstrahlen zu einer Phasenumwandlung von tetragonal zu monoklin führte. Der Regenerationsbrand machte diese Transformation wieder rückgängig. Bei der Laserbehandlung konnte keine Umwandlung der kristallinen Struktur beobachtet werden.

Schlussfolgerungen: Sowohl Sandstrahlen als auch die Laserbestrahlung konnten die Haftwerte der Keramik auf dem Zirkonoxidgerüst verbessern. Die vorgestellte Vorbehandlung mit einem CO2-Laser könnte in Bezug auf die Verbesserung des Verbundes zwischen Zirkon und Keramik eine interessante Alter- native zum Sandstrahlen darstellen.

Liu D, Matinlinna JP, Tsoi JK et al. A new modified la- ser pretreatment for porcelain zirconia bonding. Dent Mater 2013;29:559-565. 

Bewertung der Behandlungsergebnisse mit Invisalign

Seit der Markteinführung des Invisalign-Systems (Fa. AlignTechnology, Santa Clara, USA) im Jahr 1999 wurde die Effektivität der Behandlungsmethode von  verschiedenen Klinikern bezweifelt. Verschiedene Studien haben

vor allem bei derTherapie komplexer Fehlstellungen die Grenzen des Systems aufgezeigt, während andere über erfolgreiche Behandlungen berichteten. Eine 2005 durchgeführte systematische Übersichtsarbeit zur Bewertung der Effektivität des Invisalign-Systems zeigte, dass keine Indikation oder Limitierung der Invisalign-Behandlung durch wissenschaftliche Evidenz belegt war.

Die vorliegende Studie sollte die Ergebnisse von Behandlungen kleiner und moderater Zahnfehlstellun- gen mit Hilfe des „Model Grading System“ (MGS) des American Board of Orthodontics bewerten. Das MGS beinhaltet acht Kriterien: Zahnstellung, Randleisten, bukkolinguale Neigung, okklusale Kontakte, okklusale Relation, Overjet, interproximale Kontakte und Neigung der Wurzel. Die Neigung der Wurzel wurde in dieser Studie nicht berücksichtigt, da die Qualität einiger Panoramaröntgenbilder zur Beurteilung nicht ausreichend war.

Es wurden insgesamt 425 Invisalign-Fälle einer Privatpraxis in Buffalo, New York, untersucht. Von den 425 Fällen entsprachen 119 den Einschlusskriterien: vollständige bleibende Dentition mit einem Discrepancy Index (DI) zwischen 10 und 20 sowie einer vollständigen Behandlung mit Invisalign ohne Extraktion. Von diesen 119 Fällen waren bei 31 vollständige Daten über die Situation vor und nach der Behandlung verfügbar. Die Modelle vor und nach der Behandlung wurden mit Hilfe des MGS beurteilt und die Daten in allen Kategorien statistisch ausgewertet.

Die Durchschnittswerte aller MGS-Kategorien zeig- ten mit Ausnahme der okklusalen Kontakte und der okklusalen Relation eine Verbesserung. Die Verbesserungenwaren in der Kategorien Zahnstellung (15,16 ± 5,00 vs. 6,00 ± 3,78; p < 0,001) und bukkolinguale Neigung (7,00 ± 3,14 vs. 6,26 ± 3,58; p = 0,024) sowie dem MGS-Gesamtergebnis (45,03 ± 7,47 vs. 35,87 ± 9,36; p < 0,001) signifikant.

Schlussfolgerungen: Die Behandlung von leichten und moderaten Fehlstellungen mit Invisalign war im Hinblick auf die Korrektur der Zahnstellung und der bukkolingualen Neigung effektiv, zeigte aber einen negativen Effekt auf die posterioren okklusalen Kontakte und die okklusale Relation.

Kassas W, Al-Jewair T, Preston CB, Tabbaa S. Assessment of Invisalign treatment outcomes using the ABO Model Grading System. J World Fed Orthod 2013;2:e61-e64.