Goldkronen besser als Vollkeramik?

Kronenversorgungen werden immer häufiger mithilfe vollkeramischer Materialien durchgeführt, bei denen auf den Einsatz eines Metallgerüsts verzichtet wird. Neue CAD/CAM-Technologien erlauben die effiziente Fertigung solcher Rekonstruktionen. Entsprechen diese dem „Goldstandard“? Ziel der vorliegenden klinischen Studie war es. Vollkeramikkronen aus ZrSiO4 auf Prämolaren und Molaren über einen Zeitraum von 5 Jahren mit konventionellen Goldkronen zu vergleichen.

Patienten, bei denen eine Krone im Seitenzahnbereich geplant war, wurden zufällig entweder mit einer schrumpfungsfreien ZrSiO4-Keramikkrone (Testgruppe) oder einer Goldkrone (Kontrollgruppe) versorgt. Die Pfeilerzähne wurden je nach Situation (Stumpfaufbau, Wurzelbehandlung oder Stift- und Stumpfaufbau) vor der Kronenpräparation vorbehandelt. Vor der Eingliederung wurde ein Röntgenbild des Pfeilerzahns angefertigt, um marginale Passung und periapikale Region zu beurteilen. Alle Kronen wurden mit einem Glasionomerzement (Ketac Cem) eingebracht. Die Behandlungen erfolgten an der Zahnklinik der Universität Freiburg. Es wurden Oberflächenrauigkeit, Frakturen, marginale Integrität, Sekundärkaries am Kronenrand, Verfärbungen des Kronenrands und Fugenbreite 6, 12, 24, 36, 48 und 60 Monate nach der Eingliederung bewertet. Es wurde 123 schrumpfungsfreie ZrSiO4-Keramikkronen bei 123 Patienten und 100 Goldkronen bei 100 Patienten eingliedert. Die ersten Molaren im Unterkiefer waren die am häufigsten versorgten Zähne.

Nach 5 Jahren konnten 46 Patienten in der ZrSiO4 Gruppe (37%) und 19 der Kontrollgruppe (19%) nicht nachuntersucht werden. Nach einem Zeitraum von 5 Jahren lag die Kaplan-Meier-.Überlebenswahrscheinlichkeit bei 73,2% für die ZrSiO4-Keramikkronen und bei 92,3% für Goldkronen. Die Gruppe mit den Keramikkronen zeigte eine 3,13-fach höhere Wahrscheinlichkeit für einen Misserfolg als die Gruppe der Goldkronen. Die Goldkronen zeigten eine bessere marginale Integrität mit weniger Randverfärbungen als die Keramikkronen. Die häufigste Ursache für den Misserfolg in der Gruppe der Keramikkronen waren Frakturen.

Schlussfolgerung: Die 5-Jahres-Resultate dieser prospektiven randomisierten kontrollierten klinischen Studie deuten darauf hin, dass der Einsatz der untersuchten vollkeramischen ZrSiO4-Kronen nicht empfohlen werden kann.

Anmerkung:

Die ZrSiO4-Keramik vom Hersteller (KaVo Dental GmbH, Biberach, Riss), der auch die Studie finanziell unterstützt hat, ist nicht mehr auf dem Markt. Dieser Umstand zeigt auch eines der Probleme beim Testen neuer Materialien, welche oft auf dem Markt erhältlich sind, bevor mittel- oder langfristige klinische Ergebnisse verfügbar sind, die es dem Behandler ermöglichen, einen adäquaten Behandlungsvorschlag anzubieten.

Passia N, Stampf S, Strub JR. Five-year results of a prospective randomised controlled clinical trial of posterior computer-aided design-computer-aided manufacturing ZrSiO(4) -ceramic crowns. J Oral Rehabil 2013; Jun 8. doi: 10.1111/joor.12075. [Epub ahead of print].

Sekundärkaries und Position der Präparationsgrenze

Die Lage des Präparationsrands von Versorgungen im Mund ist ein häufig diskutiertes Thema. Ziel des vorliegenden Reviews war es, den Einfluss der Lage des Präparationsrands auf die Kariesanfälligkeit von Pfeilerzähnen zu untersuchen. Es wurden PubMed, Embase, Google Scholar, Cochrane Central Register of Database of Systematic Reviews, Cochrane Central Register of Controlled Trials [CENTRAL] und Scopus elektronisch durchsucht. Zusätzlich wurden folgende Fachzeitschriften eingeschlossen: Journal of Prosthetic Dentistry, International Journal of Prosthodontics, Journal of Dentistry und Caries Research.

Klinische Studien (randomisierte klinische Studien, prospektive oder retrospektive Studien, klinische Verlaufskontrollen zur Kariesanfälligkeit von Pfeilerzähnen mit einer Beobachtungszeit von mind. 2 Jahren wurden eingeschlossen): 22 Studien wurden in die qualitative Bewertung eingeschlossen. 13 waren prospektiv, die übrigen retrospektiv. Die meisten Studien wurden an Universitäten durchgeführt. Der Beobachtungszeitraum lag zwischen 2 und 11,4 Jahren. Die Mehrzahl berichtete über die Überlebensrate von Brücken und Einzelkronen. Nur in 5 Studien wurde Sekundärkaries bewertet.

Schlussfolgerung: Diese systematische Review- und Metaanalyse konnte keine signifikant unterschiedliche Häufigkeit von Sekundärkaries bei subgingival liegenden Präparationsrändern über einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum (? 10 Jahre) finden. Die kleine Zahl und die Grenzen der eingeschlossenen Studien zeigen keine abschließende Evidenz des Einflusses der Lage des Präparationsrands auf das Auftreten und die Häufigkeit einer Sekundärkaries.

Anmerkung: Die von den Autoren gestellte Frage wäre von klinisch hoher Relevanz. Es wurde leider nur eine kleine Zahl Publikationen auf Englisch berücksichtigt, was den Wert und die Qualität der Aussage einschränkt.

Papageorgiou SN, Papadelli AP, Koidis PT, Petridis HP. The effect of prosthetic margin location on caries susceptibility. A systematic review and meta-analysis. Br Dent J 2013;214:617-624.

Grüntee nach Bleaching als Antioxidans

Bleichmethoden an vitalen Zähnen gehören zu den häufigsten kosmetischen Behandlungen in der Praxis. Frühere Studien haben gezeigt, dass Bleichmittel mit 10–35% Karbamid- oder Wasserstoffperoxid die Haftung von Komposit auf geätztem Schmelz negativ beeinflussen, wenn die Adhäsivtechnik unmittelbar nach einem Bleichen angewendet wird. Diese Reduktion der Haftwerte von Komposit auf Schmelz unmittelbar nach dem Bleichen wird durch die Freisetzung von Sauerstoff aus dem Bleichmittel verursacht, welches in den geätzten Schmelz eindringt und dort die Polymerisation beeinträchtigt.

In früheren Studien wurde der Einsatz von verschiedenen Antioxidantien wie 10% Natriumascorbat, Katalase, Peroxidase, Bikaronaten und pflanzlichen Stoffen zur Reduktion dieser Wirkung untersucht. Das Natriumascorbat wird am häufigsten eingesetzt, da dieses neutral, non-toxisch und biokompatibel ist.

Ziel der vorliegenden In-vitro-Studie war es, den antioxidativen Effekt von Grüntee auf die Haftwerte an gebleichtem Schmelz zu bewerten. 42 menschliche Weisheitszähne wurden zufällig in 6 Gruppen unterteilt (n = 7 in jeder Gruppe): Gruppe 1, keine Behandlung; Gruppe 2, Bleaching (10% Karbamidperoxid); Gruppe 3, Bleaching + 10% Natriumascorbat-Gel (SA); Gruppe 4, Bleaching + 10% Grüntee-Gel (GT); Gruppe 5, SA; Gruppe 6, GT. In den Gruppen 2, 3 und 4 wurden die Schmelzoberflächen für 6 Std. täglich während 14 Tagen gebleicht. In den Gruppen 3 und 5 wurde Natriumascorbat-Gel für 1 Std. und in den Gruppen 4 und 6 wurde Grüntee-Gel für 1 Std. appliziert. Unmittelbar nach der Behandlung wurden die Proben mit Adper Single Bond 2 und Filtek Z350 XT „versorgt“. Die Haftwerte wurden mit einer universellen Testmaschine bestimmt. Die Frakturmuster wurden unter dem Elektronenmikroskop bewertet. Die durchschnittlichen Haftwerte waren für: Gruppe 1, 33,2 +/- 5,8 MPa; Gruppe 2, 22,6 +/- 5,5 MPa; Gruppe 3, 30,0 +/- 5,2 MPa; Gruppe 4, 31,6 +/- 3,8 MPa; Gruppe 5, 29,1 +/- 4,2 MPa; Gruppe 6, 32,2 +/- 4,5 MPa. Alle Gruppen zeigten einen höheren Prozentsatz an gemischten Frakturmustern.

Schlussfolgerung: Grüntee-Gel kann als Alternative zur Vorbehandlung von gebleichtem Schmelz vor dem Einsatz adhäsiver Techniken eingesetzt werden.

Berger SB, De Souza Carreira RP, Guiraldo RD, Lopes MB, Pavan S, Giannini M, Bedran-Russo AK. Can green tea be used to reverse compromised bond strength after bleaching? Eur J Oral Sci 2013;121:1–5.