Optische Eigenschaften aktueller Keramiken für Veneers

Wegen der komplexen optischen Eigenschaften der Zähne ist es für den Behandler oft schwierig, diese ästhetisch ansprechend zu versorgen. Für eine erfolgreiche ästhetische Versorgung sollte man die optischen Eigenschaften der verwendeten Materialien gut kennen. Bei Verblendschalen (Veneers) stellt die minimale Schichtstärke des Materials eine zusätzliche Herausforderung dar. Verschiedene Faktoren wie die Brandführung, die Glasur und das Pulver-Flüssigkeits-Gemisch der verwendeten keramischen Massen beeinflussen die definitive Farbe einer keramischen Versorgung. Die Textur der Oberfläche hat auch einen großen Einfluss auf die optische Erscheinung des Materials. Keramiken lassen sich mit verschiedenen Methoden bearbeiten: traditionelle Schichttechnik (Verblendung durch Kondensieren und Sintern der Keramik), vollanatomisch (Verblendung heiß gepresster bzw. CAD/CAM-gefertigter Keramik) oder Cut-back-Technik (Verblendung gepresster und reduzierter Keramik). Dabei können unterschiedliche Temperaturen und Press- oder Sintermethoden die Textur der Keramik ebenfalls beeinflussen.

In einer In-vitro-Studie wurden 60 Proben aus e.max Press, e.max CAD, Empress Esthetic, e.max Ceram, Inline und ZirPress (Fa. Ivoclar Vivadent, Farbe A1, Durchmesser 10 mm, Dicke 0,5 ± 0,05 mm) hergestellt. Die L*-, a*- und b*-Werte, das Chroma sowie die Transluzenz wurden für jede Probe vor und nach künstlicher Alterung gemessen. Anschließend erfolgte eine statistische Auswertung der Daten. Die L*-Werte der Farbmuster unterschieden sich signifikant von denen der verschiedenen Keramiken. Jedoch wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede der a*-Werte von Ceram, Esthetic, Inline und ZirPress festgestellt. Es zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede der b*-Werte der Farbmuster im Vergleich zu den Keramiken außer bei e.max Press. Die L*-Werte nahmen nach der künstlichen Alterung bei allen Gruppen ab und die a*- sowie b*-Werte zu. Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede bei den Delta-E-Werten der Keramiken (p > 0,05). Nach dem Altern nahm die Transluzenz ab und das Chroma signifikant zu (p > 0,05). Das Chroma der Farbmuster war am höchsten.

Schlussfolgerungen: Keines der untersuchten Vollkeramiksysteme war in der Lage, die Farbe des Farbmusters exakt zu reproduzieren. Die chemische Struktur der Keramiksysteme erwies sich bei der Bestimmung der optischen Eigenschaften im Vergleich zur Herstellungsmethode als effektiver. Das Altern führte bei allen Keramiken zu mehr Opazität, einem Abdunkeln und einer Verschiebung nach Rot und Gelb.

Bagis B,Turgut S. Optical properties of current ceramics systems for laminate veneers. J Dent 2013;41(Suppl 3): e24-30. 

Einfluss von Kofferdam auf den klinischen Erfolg bei Stiftaufbauten

Der Einsatz von Kofferdam bei Wurzelkanalbehandlungen sollte heute Standard sein. Die Kontamination mit Speichel und damit auch Bakterien kann zum Misserfolg einer endodontischen Behandlung führen. Gelten dieselben Kriterien auch für das Setzen von Wurzel- kanalstiften und bei Aufbauten endodontisch behandelter Zähne?

Die vorliegende Studie sollte den Einfluss der Kofferdamapplikation während des Setzens vonWurzelkanalstiften auf den klinischen Erfolg der versorgten endodontisch behandelten Zähne bewerten. Dazu erfolgte eine Auswertung der Unterlagen von 185 Patienten mit einem durchschnittlichen Recall von 2,7 Jahren hinsichtlich des Auftretens einer neuen apikalen Aufhellung (periapikaler Index > 2) nach Wurzelkanalbehandlung und Stiftaufbau. Die Patienten wurden in Abhängigkeit davon, ob auf dem Röntgenbild eine Kofferdamklammer sichtbar war oder nicht, in die Gruppe mit oder die Gruppe ohne Kofferdameinsatz beim Setzen der Wurzelkanalstifte eingeteilt. Bei 26 Patienten (30 Zähne) fand die Stiftsetzung unter Kofferdam und bei 159 Patienten (174 Zähne) ohne Kofferdam statt. In der Gruppe ohne Kofferdam wurden 128 (73,6 %) Zähne bei der Nachkontrolle als klinisch erfolgreich bewertet, während es in der Gruppe mit Kofferdam 28 (93,3 %) Zähne waren. Nach einer statistischen Auswertung war der Unterschied zwischen den beiden Gruppen statistisch signifikant (p = 0,035).

Schlussfolgerungen: Der Einsatz von Kofferdam beim Setzen konfektionierter Wurzelkanalstifte führt zu einer signifikant höheren klinischen Erfolgsrate bei endodontisch behandelten Zähnen. Die Kofferdamapplikation gilt bei Wurzelkanalbehandlungen als Standard, und dies sollte auch für den Aufbau end- odontisch behandelter Zähne mit Stiften gelten.

Goldfein J, Speirs C, Finkelman M, Amato R. Rubber dam use during post placement influences the success of root canal-treated teeth. J Endod 2013 (article in press, DOI: 10.1016/j.joen.2013.07.036). 

Keramiken mit Zirkonbeschichtung verstärken

Vollkeramische Restaurationen sind wegen ihrer güns- tigen ästhetischen Eigenschaften sehr weit verbreitet. Dennoch zeigen diese Materialien unter Belastung oft Rissbildungen, die durch die weitere Ausbreitung dieser Risse zu einem Misserfolg der Versorgung führen können. Zur Vergütung der Oberfläche und damit zur Reduktion der Rissbildung wurden verschiedene Methoden wie Wärmebehandlungen oder Beschichtungen propagiert. Grundsätzlich kann mittels Kontrolle der Oberflächenbeschaffenheit die Resistenz (Frakturstärke) durch eine reduzierte Stresskonzentration im Bereich möglicher Rissbildungen erhöht werden.

In der vorliegenden In-vitro-Studie sollte der Verstärkungsmechanismus einer dünnen Yttrium-stabilisierten Zirkonoxid (YSZ) -Beschichtung auf Keramiken untersucht werden. Proben (2 x 2 x 15 mm, n = 12) wurden aus Keramikblöcken (ProCAD, Fa. Ivoclar Vivadent) geschnitten und mit Schmirgelpapier (1.200 Grit) poliert. Mit einem Instrument wurden Defekte von kontrollierter Größe und Geometrie in die Keramik gestanzt. Anschließend erfolgte ein Aufdampfen der Beschichtung mittels Radiofrequenz-Magnetron-Sputtern in verschie

denen Stärken (5 mT, 25 °C, 30:1 Ar/O2-Gasgemisch). Die Beschichtung und die Risse wurden mit einem Elektronenmikroskop (SEM) und Röntgendiffraktion (XRD) untersucht. Zur Bestimmung der Biegefestigkeit kam ein Drei-Punkt-Biegetest zum Einsatz. Die Werte der Risszähigkeit wurden aus Rissgröße und Biegefestigkeit errechnet. Die gefundenen Messwerte zeigen eine Verbesserung der Resistenz um 57 % im Vergleich zu unbehandelten Proben.

Schlussfolgerungen: Die oberflächliche Beschichtung mit einem dünnen Zirkonoxidfilm führt zu einer signifikanten Verbesserung der Resistenz der behandelten Keramik und könnte dazu beitragen, die Zuverlässigkeit vollkeramischer Versorgungen zu erhöhen.

Chan RN, Stoner BR, Thompson JY, Scattergood RO, Piascik JR. Fracture toughness improvements of dental ceramic through use of yttria-stabilized zirconia (YSZ) thin-film coatings. Dent Mater 2013;29:881-887.