Makla löst Snus ab. Suchtexperten warnen vor höherem Krebsrisiko

Bern Der Konsum von legal erhältlichem Kautabak ist im laufenden Jahr so hoch wie noch nie. Das legal unter der Bezeichnung Makla erhältliche Produkt läuft damit dem skandinavischen Mundtabak Snus den Rang ab. Über 28 Tonnen wurden laut Statistik der Eidgenössischen Zollverwaltung bis Ende August importiert. Das ist die gleiche Menge, die letztes Jahr an Snus eingeführt worden war. Dieses Jahr wurden davon bislang lediglich knapp 11 Tonnen registriert.

Die Zahlen würden den Schluss nahelegen, dass ein Umstieg von Snus auf Kautabak stattfindet, bestätigt Michael Bigler, stellvertretender Chef der Sektion Tabak- und Bierbesteuerung bei der Oberzolldirektion.

Sucht Schweiz beobachtet die Verlagerung von Snus zu Makla mit Sorge. Makla sei bei Jungen und Studenten beliebt. Laut Sprecherin Corine Kibora ist das Produkt mit Risiken behaftet. «Es enthält mehr krebserregende Nitrosamine als Snus.»

Verschiedene Studien zeigen, dass der Konsum von Mundtabak zu einer erhöhten Rate von Mundkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs führt. Die Chance, Letzteren zu überleben, ist wesentlich kleiner als beim Lungenkrebs. Dieser ist bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste Todesursache bei einer Krebserkrankung.

Makla würde heute wohl nicht mehr zugelassen

Der Wechsel auf den am Kiosk erhältlichen Kautabak kommt für Thomas Beutler von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention nicht überraschend. Snus ist nicht frei erhältlich und muss im Internet bestellt werden. Die Einfuhrmenge ist auf 1,2 Kilogramm alle zwei Monate beschränkt.

Makla ist in der Schweiz legal im Verkauf, weil es bereits 1990 zugelassen wurde. Heute würde es wegen Gesundheitsbedenken vermutlich keine Verkaufserlaubnis mehr erhalten. Beutler warnt ebenfalls: «Kautabak ist für die Gesundheit nicht weniger gefährlich als Zigaretten.»

Kautabak Makla: So gefährlich wie Zigaretten!!

Von Petra Wessalowski http://www.sonntagszeitung.ch