Einfluss der Präparation auf die Passung von CAD/CAM-Kronen

Trotz der steigenden Popularität von CAD/CAM-Systemen stehen einige Praktiker dieser Technologie nach wie vor skeptisch gegenüber. Eines der größten Bedenken bezieht sich immer noch auf die möglichen großen Randspalten, die vor allem durch die erste Generation des CEREC-Systems produziert wurden. Diese schlechte Passung findet sich bei den aktuellen Systemen nicht mehr. Im Vergleich mit traditionellen Gießtechniken auf Einzelzähnen und Gerüsten erlauben moderne CAD/CAM-Technologien die Herstellung von ähnlich gut oder besser passenden Versorgungen. Die Passung von CAD/CAM-Versorgungen entspricht heute denen von konventionell hergestellten Rekonstruktionen.

Es besteht immer noch Unsicherheit darüber, wel- ches die ideale CAD/CAM-Präparation ist und welchen Einfluss ein Abweichen von diesem Ideal auf die marginale Passung formgeschliffener Restaurationen hat. Die vorliegende Studie untersuchte die marginale Passung von E4D-Kronen, die auf Präparationen von Behandlern mit unterschiedlicher Erfahrung hergestellt wurden, um so den Einfluss möglicher Präparationsfehler auf die marginale Passung zu bestimmen.

Die Passung von 75 mit dem E4D-System auf Präparationen unterschiedlicher Qualität hergestellten Kronen wurde mit Hilfe der Replika-Technik bewertet. Anschließend erfolgte eine visuelle Einteilung der Präparationen hinsichtlich ihrer Eignung für keramische Restaurationen in drei Kategorien: hervorragend, mit- telma?ßig oder schlecht. Hierbei wurde nach häufigen Präparationsfehlern vor allem im Bereich der Präparationsgrenze gesucht. Die durchschnittlichen Randspalten und deren Standardabweichungen wurden für jede Kategorie berechnet und auf ihre Signifikanz hin bewertet.

Die Resultate zeigten eine signifikante Korrelation zwischen der Passung von CAD/CAM-Kronen und der Qualität der Präparation. Die durchschnittliche Randspaltbreite betrug bei Kronen auf idealen Präparationen 38,5 Mikron, während der Wert für die als mittelmäßig bewerteten Präparationen bei 58,3 Mikorn und für die als schlecht bewerteten Präparationen bei 90,1 Mikron lag. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren statistisch signifikant (p < 0,05).

Schlussfolgerungen: Innerhalb der Grenzen dieser In-vitro-Studie kann man festhalten, dass die Passung von mit CAD/CAM-Systemen hergestellten Kronen stark von der Qualität der Präparationen abhängt. Wenn Präparationsfehler erkannt und vermieden werden, lassen sich sowohl die Passung als auch das klinische Ergebnis signifikant verbessern.

Renne W, McGill ST, Forshee KV, DeFee MR, Mennito AS. Predicting marginal fit of CAD/CAM crowns based on the presence or absence of common preparation errors. J Prosthet Dent 2012;108:310-315.

 

Einfluss von häuslichem Zähne- bleichen auf Kompositfüllungen

Bleichsysteme haben sich über die letzten Jahrzehnte zu einer bei Patienten sehr populären ästhetischen Behandlungsoption entwickelt. Die Bleichmittel basieren auf Wasserstoffperoxid (WP) oder Carbamidperoxid (CP) und sind als Gel oder Flüssigkeit erhältlich. Wasserstoffperoxid ist der Wirkstoff, und Carbamidperoxid dient als „Lieferant“ für niedrig konzentriertes WP.Nach der klinischen Anwendung zerfällt CP in 3-bis 5%iges WP und Harnstoff; anschließend zerfällt WP in Sauerstoff und Wasser, während der Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid zersetzt wird. Bleichmittel können sowohl in der Praxis als auch zu Hause eingesetzt werden. Beim häuslichen Zähnebleichen wird in der Regel 15%iges WP4 oder 22%iges CP in individuellen Tiefziehschienen verwendet. Während des Bleichvorgangs sind sowohl Zähne als auch Füllungen über einen längeren Zeitraum dem Bleichmittel ausgesetzt.

In der vorliegenden In-vitro-Studie sollte der Ein- fluss von Mitteln für das häusliche Bleichen auf die Farbe und die Transluzenz von Kompositmaterialien untersucht werden. Von den Kompositmaterialien Reflexions, Grandio, Gradia Direct, Clearfil Majesty Esthetic sowie Ceram-X Mono wurden 30 Proben in Scheibenform (Dicke: 1 mm) angefertigt und in drei Untergruppen unterteilt: Carbamidperoxid (CP, Opale- scence 10 % PF), Wasserstoffperoxid (WP, 10 % Opalescence Treswhite Supreme) und eine Kontrollgruppe (n = 10). Die Ausgangswerte CIE L*a*b* der Farbe wurden mit einem Spektrofotometer (Vita Easy Shade) gemessen und daraus die Parameter der Transluzenz berechnet. Bei den Proben der CP- und der WP-Gruppe kamen die Bleichmittel gemäß Herstellerangaben zum Einsatz. Die Proben der Kontrollgruppe wurden für 14 Tage in destilliertem Wasser gelagert. Farbe und Transluzenz wurden wiederholt gemessen und die Farbunterschiede errechnet. Delta-E-Werte > 3,3 wurden als klinisch nicht akzeptabel eingestuft.

Nach der Exposition mit den Bleichmitteln fanden sich bei allen untersuchten Kompositmaterialien klinisch nicht akzeptable Farbveränderungen. Es konnte ein signifikanter Farbunterschied zwischen den Proben der Kontrollgruppe und den gebleichten Proben festgestellt werden (p < 0,05). Zwischen der CP- und der WP-Gruppe wurde jedoch kein signifikanter Unterschied gefunden. Innerhalb der Gruppen zeigte Ceram-X Mono die größten Farbveränderungen. Es fand sich aber kein signifikanter Unterschied zwischen den übrigen untersuchten Materialien für die CP- und die WP-Gruppe. DieTransluzenzwerte der CP-, der WP- und der Kontrollgruppe zeigten nach 14 Tagen keine signifikanten Unterschiede.

Schlussfolgerungen: Die Anwendung von Carbamidperoxid bzw. Wasserstoffperoxid führte bei allen untersuchten Kompositmaterialien zu einer Farbveränderung. DieTransluzenz der Komposite wurde durch das Bleichen nicht beeinflusst. In Anbetracht der Resultate dieser In-vitro-Studie empfiehlt es sich, Patienten beim Einsatz von Mitteln für das häusliche Zähnebleichen auf mögliche Farbveränderungen vorhandener Kompositversorgungen hinzuweisen.

Kurtulmus-Yilmaz S, Cengiz E, Ulusoy N, Ozak ST, Yuksel E. The effect of home-bleaching application on the color and translucency of five resin composites. J Dent 2013;41(Suppl 5):e70-75.