Wirkung von Fluorid auf Wurzelkaries hängt von Dosis ab

In der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, ob der Einsatz einer Zahnpasta mit 5.000 ppm Fluorid zweimal proTag wirksamer ist als der einer Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid, um bei betagten Patienten das Fortschreiten einer Wurzelkaries zu kontrollieren. 176 Bewohner aus sechs Altersheimen in Kopenhagen wurden in die Studie eingeschlossen und zufällig auf eine der beiden Gruppen verteilt. Von den 125 Teilnehmern, welche die Studie abschlossen, waren 82 weiblich und 43 männlich, was einer nicht ganz ausgewogenen Verteilung der Geschlechter entsprach. Bewohner der Altersheime, die nicht in der Lage waren, ihre Zähne selbst zu pflegen, wurden eingeschlossen, wenn das Pflegeperso­nal oder eine Dentalhygienikerin ihre Zähne putzte, mehr als fünf eigene Zähne vorhanden waren, eine oder mehrere kariöse Läsionen an den Wurzeln festgestellt wurden und die Patienten nicht bettlägerig waren.
Zwei klinische Befunde wurden von Zahnärzten zu Beginn und nach 8 Monaten erhoben. Der Beobach­tungszeitraum war mit 8 Monaten verhältnismäßig kurz, dafür fand aber eine relativ vollständige Erfassung statt. Das wichtigste Element der Studie war das zweimal tägliche professionelle Zähneputzen mit einer fluoridier­ten Zahnpasta (5.000 bzw. 1.450 ppm). Es erfolgte kein zusa?tzlicher Hinweis auf eine spezielle Putztechnik.

Die Teilnehmer wurden zufa?llig in die Gruppe mit 5.000 ppm Fluorid oder in die Kontrollgruppe mit 1.450 ppm Fluorid eingeteilt. Bewertet wurde die Anzahl der kario?sen La?­ sionen an Wurzelfla?chen, die nach 8 Monaten gestoppt werden konnten oder nicht weiter aktiv waren. Zusa?tz­lich wurde auch die Oberfla?che der kario?sen La?sionen bewertet. In der Gruppe mit 5.000 ppm Fluorid konnten signi­fikant mehr kario?se La?sionen als in der Gruppe mit 1.450 ppm Fluorid gestoppt werden, wa?hrend in der Kontrollgruppe zu Beginn der Studie aktive kario?se La?­sionen wesentlich ha?ufiger aktiv blieben. Die Bewertung der Oberfla?chen entsprach deren Aktivita?tsgrad.

Schlussfolgerungen: Diese Studie zeigt, dass eine Zahnpasta mit 5.000 ppm Fluorid bei der Kontrolle der Progression einer Wurzelkaries und der Fo?rderung der Remineralisation signifikant wirksamer ist als eine Zahn­ pasta mit 1.450 ppm Fluorid, wenn diese vom Pflege­ personal zweimal ta?glich beim Za?hneputzen eingesetzt werden.

Ekstrand KR, Poulsen JE, Hede B, Twetman S, Qvist V, Ellwood RP. A randomized clinical trial of the anti-caries efficacy of 5,000 compared to 1,450 ppm fluoridated toothpaste on root caries lesions in elderly disabled nursing home residents. Caries Res 2013;47:391-398.

Interdentalbu?rsten effektiver als Zahnseide

Die Anwendung von Zahnseide ist nicht immer einfach und kann auch zu Verletzungen der Gingiva fu?hren. Fu?r viele Patienten stellen Interdentalbu?rsten (IDB) eine Alternative zur Zahnseide dar. Sind diese aber auch so effizient in der Reinigung der Zahnzwischenra?ume? In einer systematischen U?bersichtsarbeit (Zeitraum 1995 bis 2007) sollte die Wirksamkeit von IDB u?ber­pru?ft werden. Die Suche in den elektronischen Daten­ banken Medline/PubMed und Cochrane Central Regis­ ter of ControlledTrials ergab 222 respektive 122 Artikel. Nach der Entfernung doppelter Eintra?ge verblieben 234 Beitra?ge und Abstracts. Die Einschlusskriterien umfassten sowohl randomisierte kontrollierte als auch nur kontrollierte klinische Studien mit allgemein ge­sunden Patienten im Alter u?ber 18 Jahre ohne syste­mische Erkrankungen sowie Informationen zu Plaque, Blutungen, Gingivitis undTaschentiefen.

Es ließen sich 18 relevante Studien identifizieren, von denen neun in die U?bersichtsarbeit aufgenommen werden konnten; dennoch waren auch diese Studien in Bezug auf den Aufbau und die Wahl der Kriterien eher inhomogen. Die Wirksamkeit von IDB bei Patienten mit genu?gend großen Zahnzwischenra?umen fu?r deren Einsatz sollte bewertet werden. In den neun Studien wurden insge­ samt acht verschiedene Fabrikate von konischen oder zylindrischen IDB verwendet. Bei sechs Studien wurde erwa?hnt, dass diese durch die Industrie finanziell unter­ stu?tzt worden waren. Als Parameter zur Bewertung wurden Plaque, Blutung, Gingivitis und Taschentiefe herangezogen. Im Vergleich der IDB­Anwendung als zusa?tzliche Mundhygienemaßnahme neben dem u?bli­chen Za?hneputzen zeigten zwei von drei Studien eine Reduktion der Plaquewerte in der Gruppe mit Einsatz von IDB, und eine von drei Studien ergab eine Reduktion des Gingivaindex.

Schlussfolgerungen: Als ein zusa?tzliches Hilfsmittel sind IDB bei der Entfernung von Plaque effektiver als Za?hneputzen alleine oder die Kombination von Za?hne­putzen und dem Einsatz von Zahnseide.

Slot DE, Do?rfer CE, van derWeijden GA.The efficacy of interdental brushes on plaque and parameters of peri- odontal inflammation: a systematic review. Int J Dent Hyg 2008;6:253-264.

Erho?ht Rauchen das Risiko einer Periimplantitis?

Implantatversorgungen gelten als zuverla?ssige Behand­ lungsoption. Dennoch ko?nnen verschiedene Risikofak­ toren einen negativen Einfluss auf die U?berlebensrate von Implantaten und die Komplikationsha?ufigkeit haben. Hier muss insbesondere die Periimplantitis genannt werden, ein entzu?ndlicher Prozess, der durch eine Ent­zu?ndung der Mukosa um das Implantat und einen Ver­lust des unterstu?tzenden Knochens charakterisiert ist. Die klinische Definition bleibt allerdings unklar, wenn man die multifaktorielle A?tiologie und die verschiedenen Formen dieser Erkrankung beru?cksichtigt. Die Pra?valenz der Periimplantitis liegt in der Literatur je nach den Kriterien der Definition, der Beobachtungszeit und den Implantatvariablen zwischen 6,47 und 28 %. Viele Risikofaktoren wie systemische Erkrankungen (z. B. Diabetes), Strahlentherapien, Parodontitis, Implantatoberfla?chen und Sofortbelastung sind beschrieben. Vor allem Rau­chen wurde als besonderer Risikofaktor bewertet. Den­noch ist der Zusammenhang zwischen Rauchen und Periimplantitis immer noch ein kontrovers diskutiertes Thema, da einzelne prospektive Studien keinen signi­fikanten Unterschied zwischen Rauchern und Nicht­ rauchern finden konnten. Die vorliegende Metaanalyse sollte den Zusammen­hang zwischen Rauchen und Periimplantitis untersuchen Eine Suche in sechs elektronischen Datenbanken und eine zusa?tzliche manuelle Suche ergaben 5.876 Publikationen. Nach der Selektion konnten nur sieben Studien in die Analyse eingeschlossen werden. Die Auswer­tung im Hinblick auf die Implantate zeigte ein statis­tisch ho?heres Risiko einer Periimplantitis bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern. In Bezug auf die Patien­ten ließ sich aber kein signifikanter Unterschied des Risikos einer Periimplantitis bei Rauchern feststellen.

Schlussfolgerungen: Es zeigte sich nur eine geringe Evidenz eines erho?hten Risikos einer Periimplantitis bei Rauchern. Der Umstand, dass nur wenige auswert­bare Studien gefunden wurden, macht deutlich, dass mehr wissenschaftliche Arbeiten zur Kla?rung dieser Frage no?tig sind.

SgolastraF,PetrucciA,SeverinoM,GattoR,MonacoA. Smoking and the risk of peri-implantitis. A systematic review and meta-analysis. Clin Oral Implants Res 2014 Jan 18 [Epub ahead of print].