Aktueller Stand zumThema Bleaching

Das Bleichen von Zähnen hat sich zu einer sehr häufig nachgefragten Behandlungsmethode entwickelt. Die Pa­tienten wünschen ein weisseres und perfektes Lächeln, was zur Entwicklung verschiedener Systeme zum Blei­chen der Zähne geführt hat. Diese umfassen Produkte für die häusliche Anwendung wie Zahnpasten, Gels und Streifen, aber auch sogenannte In­ Office­ Systeme, bei denen hochkonzentrierte Bleichmittel unter professionel­ler Aufsicht eingesetzt werden. Behandler und Patien­ ten sind sich bewusst, dass diese Behandlungen zu Überempfindlichkeiten der Zähne und Irritationen der Gingiva führen können. Neuere Untersuchungen zeigen, dass das Bleichen unter Umständen zusätzliche Pro­bleme mit sich bringt: Die Zahnoberfläche kann rauer oder glatter werden, das Risiko einer Demineralisation kann steigen, vorhandene Füllungen können beeinträchtigt werden, und die Farbe von Versorgungen kann sich in einem nicht akzeptablen Ausmass verändern. Die For­schung zielt u. a. darauf ab, die Zahnüberempfindlichkeit zu reduzieren und die Langlebigkeit des Bleichergeb­nisses zu verbessern.

In einer Literatursuche wurden die aktuellen Beiträge zum Bleichen von Zähnen mit Peroxiden gefiltert. Ein­ geschlossen wurden sowohl In­vitro­ Studien zu den Me­chanismen als auch In ­vivo­ Studien zu den Wirkungen verschiedener Bleichmethoden.

Schlussfolgerungen für die Patienten: Wenn die Angaben der Hersteller zur Verwendung von peroxid­ basierten Bleichmitteln befolgt werden, sind diese sicher und effektiv. Patienten sollten über mögliche Risiken und Nebenwirkungen des Zähnebleichens in­formiert werden, so dass sie beim Auftreten von Pro­blemen (Ueberempfindlichkeit, Irritationen etc.) ggf. professionelle Hilfe in Anspruch nehmen können.

Schlussfolgerungen aus der aktuellen Literatur zum Thema Bleaching:
• Eine zusätzliche Aktivierung des Bleichmittels mit

Lichtquellen bietet keinen zusätzlichen Nutzen in Bezug auf die erzielte Bleichwirkung, deren Lang­lebigkeit oder eine Reduktion der Zahnüberemp­ findlichkeit.

• Häusliches Zähnebleichen unter Beachtung der Her­stellerangaben führt zu weniger Zahnüberempfind­lichkeiten als das In­ Office­Bleaching.

• Das optimale Vorgehen für ein lang anhaltendes Resultat besteht aus einer In ­Office ­Behandlung und einer anschliessenden monatlichen „Auffrischung“ zu Hause mit einfachen Bleichmitteln.

• In­ vitro­ Studien zeigen, dass aggressives Bleaching mit hochkonzentrierten wasserstoffperoxidhaltigen In­ Office ­Produkten den Schmelz aufweichen, die Oberfläche rauer und den Zahn für eine Deminera­lisation anfälliger machen kann.

• Vor allem Kompositversorgungen können selbst durch den Einsatz von niedrig dosierten Home­ Bleaching­ Produkten ihre Farbe verändern.

• Das In ­Office ­Bleaching von gefüllten Za?hnen mit Bleichmitteln auf der Basis von 35%igem Wasser­stoffperoxid führte in allen Fällen zu Zahnüberemp­ findlichkeiten. Zähne mit Restaurationen zeigten eine deutliche höhereTendenz, empfindlich auf ein Bleaching zu reagieren.

Carey CM.Tooth whitening: what we now know. J Evid Based Dent Pract 2014 Feb 19 [Epub ahead of print].

Biologische Breite bei Implantaten

Wenn man die aktuelle Literatur betrachtet, könnte man die Hypothese aufstellen, dass die vertikale Position der Implantatplattform in Relation zum krestalen Knochen die Position des ersten Kontakts zwischen Knochen und Implantat beeinflusst. Daraus würde sich eine koro­nalere Positionierung der entstehenden biologischen Breite ergeben. In der vorliegenden Studie sollten die Unterschiede im Umbau des Knochens, in der Reaktion der Weichgewebe und in der Ausbildung der biologi­schen Breite um Sofortimplantate untersucht werden, welche in unterschiedlichen Positionen in Bezug zum krestalen Knochen bei Beagle­ Hunden gesetzt wurden.

Nach Extraktion der zweiten, dritten und vierten Prämolaren im rechten Unterkiefer von sechs Beagle­ Hunden wurden drei Implantate eingesetzt und mit Heilungskappen versehen (n = 18). 4 Wochen später wurde das gleiche Protokoll im linken Unterkiefer wie­ derholt (n = 18). Zufällig erfolgte die Insertion von drei Implantaten auf krestalem Knochenniveau (Kontroll­gruppe) und von drei Implantaten 2 mm subkrestal (Testgruppe). 8 Wochen nach dem ersten Eingriff wurden die Hunde getötet und Biopsien durchgeführt. Die Proben wurden geschnitten und histologisch untersucht, um die bukkale und linguale Resorption des Knochens, die Reaktion der Weichgewebe sowie die Ausbildung der biologischen Breite in den zwei Gruppen zu ermitteln. Die Resorption des krestalen Knochens war in der Testgruppe unter Berücksichtigung der Differenz von 2 mm grösser (IS­B = 2,05 ± 0,36 mm, Kontrollgruppe; 1,75 (+2) ± 0,38 mm, Testgruppe). Die Dimension der biologischen Breite war in beiden Gruppen ähnlich (PM­C = 3,34 ± 0,53 mm, Kontrollgruppe; 3,13 ± 0,55 mm, Testgruppe).

Schlussfolgerungen: Die Veränderungen in den periimplantären Weichgeweben hängen offenbar mit dem Umbau der Hartgewebe zusammen und zeigten in beiden Gruppen ähnliche Werte in Bezug auf die Ausformung der biologischen Breite. Auch wenn die subkrestale Position des Implantats die Distanz von der Implantatschulter zum ersten Kontakt zwischen Implantat und Knochen verringern könnte und die biologische Breite sich koronaler ausformen könnte, scheint dieses Vorgehen keinen Einfluss hinsichtlich einer Reduktion des Verlustes an marginalem Knochen zu haben.

Negri B, Lopez Mari M, Mate Sa?nchez de Val JE, Iezzi G, Bravo Gonza?lez LA, Calvo Guirado JL. Biological width formation to immediate implants placed at different level in relation to the crestal bone: an experimental study in dogs. Clin Oral Implants Res 2014 Feb 6 [Epub ahead of print].