Zuverlässigkeit elektronischer Apex-finder

Bei der Bestimmung der Arbeitslänge im Rahmen von endodontischen Behandlungen wird die apikale Kon­ striktion als anatomischer Referenzpunkt angesehen, an dem die Instrumentierung und die Wurzelkanalfül­ lung abschließen sollten. Im klinischen Alltag ist die Lokalisation der apikalen Konstriktion nicht immer einfach, da ihre Position und Konfiguration sehr variabel sein können. Die Distanz zwischen einem koronalen Referenzpunkt und der apikalen Konstruktion wird all­ gemein als endodontische Arbeitslänge bezeichnet. Die Bestimmung der Arbeitslänge kann von Hand (taktil), durch Kenntnis der üblichen Länge und Anatomie ein­zelner Wurzeln, anhand präoperativer Röntgenbilder oder mit Hilfe elektronischer Apexfinder erfolgen.

Die röntgenologische Bestimmung der Arbeitslänge gilt als Standard, auch wenn sie nicht immer eindeutig ist. Die fehlende Präzision beruht auf der Annahme einer mittleren Position der apikalen Konstriktion. Zusätzliche Nachteile des Vorgehens sind die Strahlenexposition, der Zeitaufwand, die schwierige Interpretation eines zweidimensionalen Bildes mit möglichen Überlappun­gen anatomischer Strukturen und die subjektive Inter­ pretation des Betrachters. Die elektronischen Apexfinder werden als Alternative zur konventionellen radiologischen Methode angeboten. Mit diesen Geräten lässt sich der Übergang von der Pul­pa zu den parodontalen Geweben bestimmen, welcher anatomisch sehr dicht bei der apikalen Konstriktion liegt und dadurch zu einer höheren Genauigkeit beitragen soll. Trotzdem sind die elektronischen Apexfinder nicht immer zuverlässig, da es zu Interferenzen mit metalli­schen Versorgungen sowie zur Angabe falscher bzw. instabiler Messwerte kommen kann. Außerdem ist die Methode auch teurer. Dennoch erfreuen sich elektroni­ sche Apexfinder einer immer größeren Beliebtheit, ob­ wohl ein Konsens über die Genauigkeit im Vergleich zur konventionellen Methode fehlt. In einer systematischen Übersichtsarbeit sollten die beiden Methoden verglichen werden. Dazu wurden sie­ben elektronische Datenbanken nach klinischen Studien durchsucht, welche sich mit einem Vergleich der bei­ den Vorgehensweisen befasst hatten. Zusätzlich erfolg­ ten eine manuelle Suche in den Literaturverzeichnissen der gesammelten Artikel und eine Kontaktaufnahme mit den Autoren, um ggf. weitere Literaturquellen zu identifizieren, welche weder bei der elektronischen noch bei der manuellen Suche gefunden worden waren.
21 Artikel wurden eingeschlossen, die mehrheitlich aus vergleichenden oder evaluierenden Studien be­standen. Es waren nur wenige klinische Studien zum Vergleich beider Methoden vorhanden.

Schlussfolgerungen: Auch wenn die verfügbare wissenschaftliche Evidenzbasis noch schmal ist, lässt sich feststellen, dass elektronische Apexfinder die Strahlen­ belastung der Patienten reduzieren können und bei der Bestimmung der Arbeitslänge möglicherweise den konventionellen Methoden leicht überlegen sind. Min­destens eine radiologische Kontrolle sollte dennoch zur Überprüfung möglicher Fehler bei der elektronischen Bestimmung durchgeführt werden.

Martins JN, Marques D, Mata A, Caramês J. Clinical efficacy of electronic apex locators: systematic review. J Endod 2014;40:759-777.

Einfluss der Kavita?tenreinigung auf die Haftwerte

Indirekte ästhetische Versorgungen werden nach wie vor häufig klinisch eingesetzt, da direkte Methoden nicht immer voraussagbare Ergebnisse garantieren können. Ob eine indirekte Versorgung die restliche Zahnstruktur verstärken kann, hängt vor allem von der Verbindung zwischen Zahn und Versorgung ab. In der vorliegenden In­vitro­ Studie sollten der Ein­fluss verschiedener Methoden zur Reinigung der Dentin­oberfläche auf die Haftwerte eines selbstadhäsiven Kompositzements auf präparierten Zahnoberflächen und der Einfluss dieser Methoden auf die Morphologie der Hybridschicht untersucht werden. Fünfzig extrahierte Molaren wurden horizontal im Bereich der Okklusalfläche geschnitten, um das gesunde Dentin freizulegen. Scheiben aus provisorischem Kunst­stoffmaterial wurden mit einem eugenolfreien proviso­rischen Zement (TempBond Non Eugenol, KerrHawe) auf den Dentinoberflächen befestigt und in destilliertem Wasser bei 37 o C aufbewahrt. Nach 7 Tagen wurden die Provisorien entfernt und die Proben in Abhängigkeit von den folgenden Reinigungsmethoden in fünf Gruppen eingeteilt: Handexkavation (Kontrolle), Bimsstein­ Wasser­ Mischung, 17%iges Ethylendiamintetraacetat (EDTA), 2%iges Chlorhexidindigluconat und 3%iges Wasser­stoffperoxid. Die Scheiben aus Komposit wurden mit einem selbstadhäsiven Zement (RelyX Unicem, 3M Espe) unter Lichthärtung befestigt und anschließend bei 37 oC für 24 Stunden in destilliertem Wasser gela­gert. Die Proben wurden bis zu 6.000 Thermozyklen zwischen 5 und 55 oC ausgesetzt. Die Haftwerte wur­ den in einem Scherkraftmessgerät bestimmt und die Ergebnisse einer Datenanalyse unterzogen. Die EDTA­Gruppe zeigte im Vergleich zu den übri­gen Gruppen signifikant (p < 0,05) höhere Haftwerte (30,6 ± 3,5 MPa). Innerhalb der restlichen Gruppen fanden sich keine statistisch signifikanten Differenzen.

Schlussfolgerungen: Die Reinigung der Dentin­oberfläche mit 17%igem EDTA ergab vor der adhäsiven Befestigung mit einem selbstadhäsiven Komposit­ zement die höchsten Haftwerte und könnte für den kli­nischen Einsatz eine interessante Alternative zu den herkömmlichen Methoden darstellen.

Saker S, El-Kholany N, Sakrana A, Maria OM. Effect of different dentin cleaning techniques on bond strength and the micromorphology of dentin/self-adhesive re- sin cement interface J Prosthet Dent 2014 April 29 [Epub ahead of print].