Zahnpasta unterstützt Reinigung durch Zahnbürste zu wenig

Zweimal täglich die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta zu reinigen gilt als die häufigste Empfeh­lung für die individuelle Mundpflege. Der unmittel­bare Effekt des Zähneputzens mit einer Zahnpasta im Hinblick auf die Entfernung der Plaque ist dabei aber nicht ganz klar.

In einer systematischen Übersichtsarbeit sollte die Effektivität des Zähneputzens mit und ohne Zahnpasta bei der Entfernung von Plaque untersucht werden. Medline/PubMed, Cochrane Central, Embase und wei­tere elektronische Datenbanken wurden durchsucht. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien und kontrollierte klinische Studien an Indivi­duen im Alter von ? 18 Jahren mit einem guten allge­meinen Gesundheitszustand. Berücksichtigung fanden Artikel, welche die Wirksamkeit des Zähneputzens mit und ohne Zahnpasta verglichen. Die Daten wurden ausgewertet und statistisch analysiert, wo dies möglich war. Die Suche erfasste Artikel bis Juni 2016, und es konnten 10 Studien mit 20 Vergleichen ausgewählt werden. Beim Zähneputzen mit einer Zahnpasta wur­den im Durchschnitt 49,2 % der Plaque entfernt, wäh­rend dieser Wert ohne den Einsatz von Zahnpasta bei 50,3 % lag. Die Auswertung der Daten ergab, dass die Zahnpastaanwendung keinen zusätzlichen Effekt hatte und kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Vorgehensweisen zu finden war.

Die Übersichtsarbeit zeigt, dass Zahnpasta beim Zähneputzen keinen unmittelbaren Einfluss auf die Entfernung der Plaque hat. Über diesen möglichen mechanischen Effekt hinaus wurden remineralisierende oder antimikrobielle Wirkungen der Zahnpasta nicht berücksichtigt.

Schlussfolgerungen: Die kumulierte Evidenz die­ser systematischen Übersichtsarbeit deutet darauf hin, dass der Einsatz von Zahnpasta nur einen geringen Effekt auf die mechanische Entfernung der Plaque hat. Die hauptsächliche mechanische Wirkung bei der Rei­nigung geht von der Zahnbürste aus. Eine Zahnpasta dient als Träger von aktiven Inhaltsstoffen wie Fluori­den, dem Goldstandard bei der Kariesprävention, oder anderen Wirkstoffen und nicht als „Putzmittel“. Die Ar­beit möchte die Hersteller von Zahnpasta motivieren, ihre Produkte von abrasiven Pasten hin zu therapeuti­schen dentalen Cremes weiterzuentwickeln.

Valkenburg C, Slot DE, Bakker EW, van der Weijden FA. Does dentifrice use help to remove plaque? A syste- matic review. J Clin Periodontol 2016 Aug 11. doi: 10.1111/jcpe.12615.

Haftung von Zementen auf behandelten Zirkonoxidoberflächen

Der vermehrte Einsatz von monolithischem Zirkonoxid für indirekte Versorgungen soll das Problem relativ häufig auftretender Abplatzungen bei verblendeten Zirkonoxidversorgungen lösen. Die klinische Miss­erfolgsrate solcher Versorgungen liegt nach 2 bis 5 Jahren bei ungefähr 15 %. Monolithisches Zirkon­oxid wird mit Hilfe von CAD/CAM­Systemen verarbeitet und lässt sich poliert oder glasiert einsetzen.

Trotz diverser Vorteile dieser Versorgungsart ist die Haftung zwischen adhäsiven Befestigungsmaterialien und Oxidkeramiken wie Zirkonoxid nicht so einfach wie der Verbund zu Glaskeramiken. Zirkonoxid hat keine Glasphase und ist aus diesem Grund schwer ätzbar.

Verschiedene Oberflächenbehandlungen wurden zur Verbesserung der Haftung zum Befestigungsmaterial vorgeschlagen, z. B. tribochemische Silikatisierung, Sandstrahlen, Ätzen mit Flusssäure und Bestrahlung mit einem Laser. Ein zu aggressives Aufrauen kann zu oberflächlichen Defekten führen, welche das Material schwächen. Es ist entscheidend, nicht destruktive, einfache und klinisch umsetzbare Techniken für die Vor­behandlung von Zirkonoxidoberflächen anzuwenden.

Der Einsatz adhäsiver Kompositzemente kann den Verbund und die Festigkeit einer Versorgung verbessern. Kompositzemente können auch einen chemischen Ver­ bund zur Zirkonoxidober äche herstellen. Dabei scheint der Zusatz eines adhäsiven Phosphatmonomers (APM) besonders wirksam zu sein.

In der vorliegenden Studie sollte der Einfluss ver­schiedener Oberflächenbehandlungen auf die Haftung von zwei Kompositzementen (mit und ohne APM) auf teilweise und vollständig stabilisiertem Zirkonoxid un­tersucht werden. Zur Anwendung kamen die mono­lithischen Zirkonoxide Zenostar T und Prettau Anterior. Nach der Oberflächenbehandlung wurden die Proben in drei Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 = Kontrolle, ge­dintert; Gruppe 2 = sandgestrahlt mit 50 ?m Al2O3; Gruppe 3 = tribochemische Silikatisierung. Die beiden Kompositzemente Multilink Speed und Multilink N wurden in jeder Gruppe verwendet und die Haftwerte bestimmt (?TBS Test). Unter dem Mikroskop erfolgte die Analyse der frakturierten Proben. Die Rauigkeit und die Beschaffenheit der Oberflächen des monolithi­schen Zirkonoxids wurden nach der Behandlung un­tersucht und alle Daten statistisch ausgewertet.

Schlussfolgerungen: Die Haftwerte wurden durch die unterschiedliche Behandlung der Oberfläche und den verwendeten Kompositzement signifikant beein­flusst. Der Einsatz des Zements mit APM hatte bessere Haftwerte zur Folge. Die beiden Zirkonoxide zeigten untereinander keine Unterschiede. Die tribochemische Silikatisierung führte zu signifikant höheren Haftwerten als das Sandstrahlen mit 50 ?m Al2O3. Die Behandlung veränderte auch die Rauigkeit und die Oberflächen­struktur.

Elsaka SE. Influence of surface treatments on the bond strength of resin cements to monolithic zirconia. J Adhes Dent 2016 Jul 21. doi: 10.3290/j.jad.a36517.