Facebook-Profile von Zahnmedizinstudenten unprofessionell

Von medizinischen Fachkräften erwartet man ein professionelles Verhalten in der Praxis und in der Öffentlichkeit. In Großbritannien hat das „General Medical Council“ Richtlinien zum Umgang zwischen Arzt und Patient veröffentlicht. In dieser Publikation werden Zahnärzte dazu aufgefordert, bei der Arbeit und im privaten Leben das Vertrauen der Patienten zum zahnärztlichen Berufsstand zu rechtfertigen. Zahnmedizinische Professionalität beinhaltet eine Reihe von Werten, Verhaltensweisen und Verbindungen, welche das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Zahnmedizin stärken. Mit der Einführung sozialer Medien müssen sich medizinische Fachkräfte der Professionalität ihrer Kommunikation sowohl auf persönlicher als auch auf elektronischer Ebene bewusst sein. Drei Viertel der Medizinstudenten nutzen soziale Medien regelmäßig, kontrollieren aber dabei ihren Online-Auftritt nur selten.

Über 75 % der Patienten suchen medizinische Informationen über das Internet. Man darf davon ausgehen, dass es im Bereich der Zahnmedizin ähnlich aus- sieht. Neben Details zu Krankheiten und möglichen Therapien nden die Patienten auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, LinkedIn und MySpace auch Informationen über die medizinischen Fachkräfte.

In der vorliegenden Studie sollte die Professionalität der öffentlich zugänglichen Facebook-Profile von Zahnmedizinstudenten einer irischen Universität untersucht werden. Nach einer Einteilung der Pro le in die Kategorien privat bzw. öffentlich wurden demographische Einzelheiten und Bilder/Kommentare mit nicht professionellem Inhalt für die einzelnen Facebook- Konten erfasst. Jedes Pro l wurde bezüglich seiner Professionalität mit Hilfe eines früher veröffentlichten Systems bewertet.

Die zahnmedizinische Fakultät wies zum Zeitpunkt der Studie 287 Studenten auf, von denen 62 % (n = 177) über ein Facebook-Konto verfügten. 3 % (n = 6) hatten ein öffentliches Konto (voll zugänglich) und 97 % (n = 171) ein privates Konto (eingeschränkter Zugang). 36 % (n = 63) der Studenten erwähnten die zahnmedizinische Fakultät auf ihrem Pro l. Bei 34 % (n = 60) wurden fragliche Inhalte, bei 3 % (n = 6) den Berufsstand verletzende Inhalte und bei 25 % (n = 44) unprofessionelle Bilder auf dem Pro l festgestellt. Von den Studenten mit unprofessionellen Inhalten fand sich bei 52 % (n = 23) eine direkte Erwähnung der zahnmedizinischen Fakultät.

Schlussfolgerungen: Es zeigte sich ein Besorgnis erregendes Niveau unprofessioneller Inhalte auf den Facebook-Profilen der Zahnmedizinstudenten. Letztere sollten sich ihrer professionellen Verantwortung im Umgang mit sozialen Medien bewusst sein.

Nason KN, Byrne H, Nason GJ, O’Connell B. An as­ sessment of professionalism on students’ Facebook pro les. Eur J Dent Educ 2016 Oct 13. doi: 10.1111/ eje.12240 [Epub ahead of print].

Digitale Abformungen ganzer Kiefer noch nicht so gut wie konventionelle

CAD/CAM-Technologien haben sich in der Zahnmedizin und vor allem in der Verarbeitung hochfester Keramiken etabliert. Bei der konventionellen Fertigung ist die Kombination einer konventionellen Abformung am Patienten mit der Digitalisierung von Gipsmodellen im Labor (indirekte Digitalisierung) immer noch Standard. Dieses Vorgehen zeigt die aus dem konventionellen Arbeitsablauf bekannten Schwächen und Probleme. Zusätzlich kann es beim Digitalisieren im Labor zu Fehlern kommen. Um Fehler im CAD/ CAM-Workflow zu reduzieren, ist es sinnvoll, die Digitalisierung mit Hilfe eines intraoralen Scanners direkt am Patienten durchzuführen.

Die Genauigkeit intraoraler Scanner wurde in verschiedenen Studien untersucht. Bei der Erfassung einzelner Zähne ergab sich für den intraoralen Scan gegenüber der konventionellen Abformung eine gleichwertige oder sogar höhere Präzision. Die Genauigkeit von Ganzkieferabformungen mit intraoralen Scannern wurde klinisch noch nicht untersucht. Intraorale Bedingungen wie Speichel, Feuchtigkeit, eingeschränkter Zugang und Bewegungen des Patienten haben einen zusätzlichen Einfluss auf die Genauigkeit der digitalen Abformung.

In der vorliegenden Studie sollte die Genauigkeit der digitalen intraoralen Abformung ganzer Kiefer mit derjenigen der konventionellen Abformung verglichen werden. Bei 50 Probanden wurden vier Metallkugeln in einer Metallkonstruktion an den Zähnen im Unterkiefer als Referenzstrukturen adhäsiv befestigt. Danach erfolgten im Unterkiefer jedes Probanden eine konventionelle Abformung (Impregum Penta Soft) mit anschließender Modellherstellung in Klasse-IV-Gips (CI) und drei verschiedene digitale Abformungen mit den folgenden Systemen: Sirona Cerec Omnicam (OC), 3M True Definition (TD) und Heraeus Cara Trios (cT). Die digitalen und die konventionellen Gipsmodelle wurden mit Hilfe der abgeformten Kugeln unter-sucht. Lineare Distanz- und Winkelmessungen zwischen den Kugeln wurden mit dem Referenzdatensatz verglichen.

Bei den Distanzmessungen zeigte CI die geringste Abweichung, gefolgt von den intraoralen Scannern TD, cT und OC. Eine digitale Überlagerung der Datensätze ergab dieselbe Reihenfolge: CI (15 ± 4 mm), TD (23 ± 9 mm), cT (37 ± 14 mm) und OC (214 ± 38 mm). Bei den Winkelmessungen wurde die geringste Abweichung fürTD (0,06 ± 0,07°) festgestellt, gefolgt von CI (0,07 ± 0,07°), cT (0,13 ± 0,15°) und OC (0,28 ± 0,21°).

Schlussfolgerungen: Das in der Studie verwendete Protokoll ermöglicht eine Messung der Genauigkeit von intraoralen Abformungen ganzer Kiefer. Konventionelle Abformungen ganzer Kiefer mit Polyether sind noch genauer als digitale Abformungen. Die mit Puder und der Technologie der aktiven Wellenfronterfassung („active wavefront sampling“) arbeitenden Scanner lieferten im Vergleich zu den übrigen Systemen die genauesten Ergebnisse.

Kuhr F, Schmidt A, Rehmann P, Wöstmann B. A new method for assessing the accuracy of full arch im­ pressions in patients. J Dent 2016 Oct 4. doi: 10.1016/j. jdent.2016.10.002 [Epub ahead of print].