Aloe vera zur Behandlung von oralem Lichen planus

Der Lichen planus ist eine weitverbreitete papulöse, juckende, nicht ansteckende chronisch-entzündliche Erkrankung der äußeren Haut und der Schleimhäute mit dem Risiko der malignen Transformation in einen bösartigen Tumor. Grundsätzlich werden dabei die kutane („cutaneous lichen planus“, CLP) und die orale Form („oral lichen planus“, OLP) unterschieden. Da vorwiegend Patienten mit erosiven Läsionen erhebliche Einschränkungen des subjektiven Wohlbefindens zeigen, sind therapeutische Interventionen vorrangig symptomatisch ausgerichtet. Verschiedene Behandlungsmethoden werden propagiert. Am besten unter- sucht und am weitesten verbreitet sind lokal angewendete Steroide. Deren Einsatz ist wie auch bei anderen Substanzen oft mit Nebenwirkungen verbunden. In der vorliegenden Übersichtsarbeit sollte die Wirksamkeit von Aloe-vera-Präparaten auf Schmerzen und Symptome bei OLP untersucht werden.

Die Datenbanken Medline-PubMed, Central und Lilacs wurden im Mai 2016 nach klinischen Studien zur Behandlung von OLP mit Aloe vera im Vergleich zu Kortikosteroiden durchsucht. Es fanden sich dazu fünf klinische Studien und zwei Fallberichte. Die eingeschlossenen Studien deuten darauf hin, dass Aloe vera effizienter als ein Placebo und ähnlich wirksam wie ein synthetisches Kortikosteroid ist.

Schlussfolgerungen: Obwohl Kortikosteroide im- mer noch der Goldstandard bei der Behandlung von OLP sind, zeigt Aloe vera vielversprechende Resultate, ohne die Nebenwirkungen der Kortikosteroide aufzu- weisen. Es sollten neue randomisierte klinische Stu- dien mit größeren Patientengruppen und einer genü- gend langen Beobachtungszeit sowie standardisierten Aloe-vera-Rezepturen durchgeführt werden, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Ali S, Wahbi W. The efficacy of Aloe Vera in management of oral lichen planus: a systematic review and meta- analysis. Oral Dis 2016 Dec 28 [Epub ahead of print].

Patientenalter für Implantaterfolg nicht entscheidend

In den meisten Ländern nimmt die Geburtenrate ab und die Zahl der älteren Menschen weiter zu. Ältere Menschen haben generell weniger Zähne. Auch wenn die Zahnlosigkeit rückläufig ist, möchten viele Betroffene ihre fehlenden Zähne ersetzen. In diesem Kontext stellt die implantatgetragene Versorgung eine Alternative zu zahngetragenen festsitzenden oder abnehmbaren Rekonstruktionen dar und bietet den Patienten vor allem im Vergleich zu abnehmbaren Lösungen einen erhöhten Kaukomfort.

In Kiefern mit schlechter Knochenqualität zeigen sich erhöhte Misserfolgsraten, was auf eine mangeln- de Primärstabilität und eine geringere mechanische Resistenz zurückzuführen ist. Diese Situation tritt bei älteren Patienten häufiger auf. Altersbedingte medizinische Gegebenheiten sollten bei der Planung implantatgetragener Versorgungen berücksichtigt werden. Die Osteoporose, deren Häufigkeit mit zunehmendem Alter ansteigt, zeigte einen negativen Effekt auf die Osseointegration von Implantaten. In der Menopause führt die Reduktion des Östrogenspiegels zu einer er- höhten Knochenresorption. Bei Männern über 70 findet sich oft auch eine Reduktion der Knochendichte.

In einer systematischen Übersichtsarbeit sollte das Risiko eines Implantatverlustes bei jungen und älteren Patienten untersucht werden. Bis Mai 2016 wurden die vier Datenbanken Medline, Embase, Scopus und Cochrane Library durchsucht. Zusätzlich erfolgte eine manuelle Literatursuche. Prospektive Kohorten wurden nach folgenden Kriterien eingeschlossen: 1. Vorhandensein einer Gruppe älterer Individuen mit einem Mindestalter von 60 Jahren; 2. Vorhandensein einer Kontrollgruppe mit einem Alter unter 59 Jahren; 3. Da- ten zum Erfolg oder Verlust von Implantaten. Es wurde eine Metaanalyse zum Einfluss des Alters auf den Implantatverlust durchgeführt. Von 4.152 möglichen Artikeln entsprachen vier den geforderten Kriterien.

Schlussfolgerungen: Die gefundenen Daten zei- gen, dass das Risiko eines Implantatverlustes bei älte- ren Patienten im Vergleich zu jüngeren statistisch nicht signifikant höher ausfällt (relatives Risiko 0,92; 95%- Konfidenzintervall 0,43 bis 1,96, p = 0,83). Das Alter ist kein limitierender Faktor für eine implantatgetragene Versorgung.

Sendyk DI, da Silva Rovai E, Pannuti CM, Deboni MC, Sendyk WR, Wennerberg A. Dental implant loss in older versusyounger patients: a systematic review and meta- analysis of prospective studies. J Oral Rehabil 2016 Dec 5 [Epub ahead of print].