Wer Parodontitis hat, beisst besser nicht in etwas Hartes. Er könnte dabei Zähne verlieren. Die Zahnerkrankung tritt erschreckend häufig auf. Ursache sind Bakterien, die bei einer gewissen Veranlagung und nicht ausreichender Mundhygiene den entzündlichen und zerstörerischen Prozess in Gang setzen. Die Mikroorganismen greifen das Zahnfleisch, die Zahnwurzel, das umliegende Bindegewebe und die Knochen an. Vom Immunsystem ausgeschüttete Botenstoffe und Immunzellen verursachen dann einen Knochenabbau. Die betroffenen Zähne verlieren mit der Zeit ihren Halt. Unbehandelt droht Zahnausfall.

Die Parodontitis schmerzt zumeist nicht und wird häufig erst in einem späten Stadium erkannt. «Bei vielen Patienten tritt Zahnfleischbluten auf. Bei Rauchern, die grundsätzlich ein erhöhtes Parodontitis-Risiko haben, treten allerdings deutlich weniger klinische Blutungs- und Entzündungszeichen als bei Nichtrauchern auf», warnt Patrick Schmidlin von der Klinik für Präventivzahnmedizin in Zürich. Deshalb ist es wichtig, Warnsignale einer Parodontitis zu kennen und bei ersten Anzeichen den Zahnarzt aufzusuchen. Denn durch eine frühzeitige Behandlung kann die chronische Erkrankung gestoppt werden. «Sobald Knochen abgebaut wird, ist die Therapie schwieriger», sagt Schmidlin. Es geht dabei nicht nur um den Erhalt der Zähne. Eine gute Zahngesundheit sei für den ganzen Körper wichtig.

Die kostenlose Smartphone-App «DGP – Parodontitis Selbsttest» der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie soll Interessierte aufklären und sensibilisieren. Die App kann in den Stores von Apple und Google heruntergeladen werden. Für die zweiminütige Risikoeinschätzung werden folgende Grössen abgefragt: Alter, Geschlecht, Zahnfleischbluten, Zahnlockerungen, Rauchen, die Zahl der Schuljahre und wie lange der letzte Zahnarztbesuch her ist.

«Man sollte unbedingt einmal pro Jahr zum Zahnarzt gehen und den Zahnzustand mit einer Parodontalsonde untersuchen lassen», rät Schmidlin. Was kann der Einzelne sonst noch präventiv machen? Schmidlin zählt auf: Wichtig sei eine gute Mundhygiene, Rauchen und Stress sollte man vermeiden und auf eine gesunde Ernährung achten. «Dann können Sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit einem guten Testergebnis rechnen», sagt Schmidlin. Gerlinde Felix

        

Weitere Infos unter parodontologie.ch.

Aus dem NZZ-E-Paper vom 02.07.2017