16Sind Implantate aus Zirkonoxid eine Alternative zu Titan?

Die Versorgung zahnloser Bereiche mit osseointe­grierten Implantaten stellt eine wissenschaftlich doku­mentierte und bewährte Behandlungsmethode dar. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Titan ein zu­ verlässiges Biomaterial für diese Versorgungsart ist. Verschiedene Modifikationen der Struktur, der Zu­sammensetzung und des Designs der Implantate aus Titan wurden zur Verbesserung der physikalischen, mechanischen und optischen Eigenschaften umgesetzt. Dennoch haben mögliche allergische Reaktionen, gal­vanische Ströme und das gräuliche Erscheinungsbild zur Suche nach Alternativen geführt. Zirkonoxid ist ein vielversprechender Werkstoff mit positiven biologi­schen, ästhetischen, mechanischen und optischen Ei­genschaften. Es wurde anfänglich in der Orthopädie bei ftgelenkprothesen sowie Fingeund akustischen Implantaten angewendet. Erst später kamen in der Zahnmedizin Wurzelkanalstifte, Kronen­ und Brücken­versorgungen, Brackets und Implantatabutments aus Zirkonoxid zum Einsatz. Das erste Keramikimplantat wurde bereits 1968 von Sandhaus entwickelt. In den letzten Jahren hat mit den steigenden ästhetischen Bedürfnissen die Nachfrage nach Implantaten aus Zirkonoxid stark zugenommen. Es ist wichtig, die Ge­meinsamkeiten und Unterschiede von Implantaten aus Titan und Zirkonoxid zu verstehen, um den Patienten die bestmögliche Behandlung bieten zu können.

Für die vorliegende Studie erfolgte eine Suche in der Datenbank PubMed und der Cochrane Library nach zwi­schen 1990 und Ende 2016 in englischer Sprache erschie­nenen Artikeln. Es wurden die folgenden Suchbegriffe verwendet: „zirconia implantsNOT „abutment, „zirco­nia implants“ AND „titanium implants“ AND „osseointegration, „zirconia implants“ AND compatibility.  16Die Zahl der ausgewählten möglicherweise relevan­ten Artikel lag bei 47. Alle klinischen und In­ vitro­ Studien an Mensch unTier wurden nach den folgenden Punkten bewertet: chemische Zusammensetzung, Struktur und Phasen, physikalische und mechanische Eigenschaften, ästhetische und optische Eigenschaften, Osseointegra­tion und Biokompatibilität, Modifikationen der Ober­fläche, Reaktion der periimplantären Gewebe, Entzündungsreaktionen und Heilung der Weichgewebe sowie Langzeitprognose.

Schlussfolgerungen: Implantate aus Zirkonoxid gelten als vielversprechende Alternative zu denen aus Titan. Sie zeigen bei einer vergleichbaren Osseointe­gration eine bessere Reaktion der Weichgewebe, eine sehr gute Biokompatibilität und eine günstigere Äs­thetik. Dennoch sind weitere langfristige und verglei­chende klinische Studien nötig, um Zirkonoxid als val­ablen Ersatz zu Titan zu etablieren.

Sivaraman K, Chopra A, Narayan AI, Balakrishnan D. Is zirconia a viable alternative to titanium for oral implant? A critical review. J Prosthodont Res 2017 Aug 17 [Epub ahead of print].

Parodontaler Zustand beeinflusst den klinischen Erfolg wurzelkanal­behandelter Zähne

In früheren Studien wurde der Einfluss von gleichzeiti­gen endodontischen und parodontalen Behandlungen auf die langfristige Prognose von Molaren untersucht. Dabei zeigte sich, dass es im Rahmen dieser kombinier­ten Behandlungen zu grösseren Verlusten an Molaren kam. Wichtige Faktoren wie die Qualität der durchge­führten Wurzelkanalbehandlungen und der anschlie­ssenden Versorgung, welche einen Effekt auf die Über­lebensrate der Zähne haben, wurden in den meisten Studien nicht berücksichtigt. Dies kann die Zuver­lässigkeit der Untersuchungen beeinflussen. Deshalb wurde die vorliegende Studie so gestaltet, dass die Auswirkung einer gleichzeitigen endodontischen und parodontalen Behandlung auf die langfristige Überle­bensrate der endodontisch behandelten Zähne unter­sucht werden konnte.

Parodontale Erkrankungen sind die Hauptursache für einen Zahnverlust nach einer endodontischen Be­handlung. Nur wenige Studien haben sich mit dem Einfluss der präoperativen parodontalen Situation eines Zahnes auf die Überlebensrate nach einer endodonti­schen Therapie bescftigt. In einer retrospektiven Stu­die wurden 315 zwischen 2009 und 2017 im Rahmen eines Spezialisierungsprogramms für Endodontie be­handelte Molaren untersucht. Einschlusskriterien wa­ren eine nicht chirurgische endodontische Therapie mit akzeptabler Qualität, die Versorgung mit einer Krone innerhalb von 3 Monaten nach der Wurzelkanalbehand­ lung und eine vollständige parodontale Untersuchung der Zähne vor der endodontischen Behandlung. Der Parodontalstatus aller eingeschlossenen Zähne wurde gemäss den Richtlinien der American Academy of Peri­ odontology erhoben. Die untersuchten Zähne wurden in drei Gruppen eingeteilt: parodontal gesund, milde Parodontitis und moderate Parodontitis. Die Auswer­tung der Überlebensrate erfolgte mit der Kaplan-Meier-Analyse und die der Kovariablen mit einem statisti­schen Regressionsmodell. Zähne mit einer milden Parodontitis zum Zeitpunkt der endodontischen Versorgung wurden fast zweimal häufiger als parodontal gesunde Zähne extrahiert. Das Risiko eines Zahnverlustes war bei Zähnen mit einer moderaten Parodontitis 3,1­mal größer. Bei Rauchern fiel das Risiko eines Zahnverlustes doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern aus.

Schlussfolgerungen: Der parodontale Zustand, einer der entscheidenden prognostischen Faktoren einer nicht chirurgischen endodontischen Behandlung, bedarf so­ wohl vor als auch nach der endodontischen Therapie einer besonderen Aufmerksamkeit. So kann ein langfris­tiger klinischer Erfolg erreicht werden und der Patient seine eigenen Zähne behalten.

Khalighinejad N, Aminoshariae A, Kulild JC, Wang J, Mickel A. The influence of periodontal status on endodontically treated teeth: 9-year survival analysis. J Endod 2017 Aug 16 [Epub ahead of print].