EinfacheTechnik zur Anpassung der Farbe bei Frontzahnfüllungen
Die Versorgung frakturierter Frontzähne stellt eine Herausforderung für den Behandler dar, denn es müssen die Form, die Funktion, die Phonetik und die Ästhetik wiederhergestellt werden. Bei Klasse-IV-Versorgungen zeigt jedes Drittel eines Zahnes infolge unterschiedlicher Dimensionen und Zusammensetzungen von Schmelz und Dentin eigene chromatische Eigenschaften. Entsprechend sind bei einem anatomischen Aufbau des Zahnes Füllungsmaterialien unter- schiedlicher Transparenzen in Schichten einzusetzen. Sogar mit geeigneten Materialien und Schichttechniken ist diese Aufgabe nicht immer einfach. Die Herausforderung beginnt mit der Farbwahl für eine gute optische Anpassung an den natürlichen Zahn. Zusätzlich erschwerend kommt die Wahl der korrekten Anteile an Dentin- und Schmelzmassen des Füllungsmaterials hinzu.
Oft sind Klasse-IV-Fälle die Folge einer unfallbedingten Fraktur, und es fehlt in der ersten Sitzung die Zeit für aufwendige Versorgungen. Ein initialer Aufbau wird ausschließlich mit Dentinmassen durchgeführt, weil diese das größte Volumen der Versorgung darstellen und damit gleichzeitig die Basisfarbe definieren. Optische Effekte lassen sich nach einer Präparation der Oberfläche mit Opaleszenz- und Schmelzmassen hinzufügen, um einen natürlicheren Eindruck zu erreichen. Dieses Prinzip wird auch als Cut-back-Technik bezeichnet.

In einer Studie am Modell sollte die Cut-back- Technik bezüglich ihrer Effektivität im Hinblick auf die optische Integration von Klasse-IV-Versorgungen untersucht werden. Es kam ein Typodont zum Einsatz. Der obere rechte mittlere Schneidezahn mit einem Klasse-IV-Defekt wurde mit einer Schichttechnik aufgebaut und als Referenzzahn verwendet. Beim oberen linken mittleren Schneidezahn mit einem Klasse-IV- Defekt wurden sechs Zähne monochromatisch mit Komposit in den Farben DA3,5 (n = 53) und DA4 (n = 53) aufgebaut. In Abhängigkeit von der Farbe und der Präparationstiefe erfolgte eine Aufteilung derTestzähne in sechs Gruppen. Zuerst wurden auf der Labialfläche Präparationen mit einerTiefe von 0,5, 0,7 oder 1,0 mm durchgeführt. Es schloss sich eine zweite Präparation zur Reproduktion der Mamelons im Dentin an. Danach wurden die Zähne adhäsiv vorbehandelt und wieder aufgebaut. Die Reproduktion der optischen Effekte erfolgte mit Opaleszenz- und Schmelzmassen. Die Kontroll- und Testzähne wurden nebeneinander fotografiert und die Bilder ausgedruckt. Nach Beurteilung der Bilder anhand eines Fragebogens durch 120 Testpersonen wurden die gewonnenen Daten statistisch ausgewertet. Die weniger intensiven Versorgungen (DA3,5) mit Reduktionen von 0,5 und 0,7 mm zeigten die beste optische Integration. Bei den intensiveren Versorgungen (DA4) wurden mit der Reduktion um 1,0 mm die besten Resultate erreicht.

Schlussfolgerungen: Mit der Cut-back-Technik kann der Farbeindruck von Klasse-IV-Versorgungen aus Komposit korrigiert und eine zufriedenstellende Integration erzielt werden. Es lassen sich so Klasse-IV- Fälle farblich anpassen, die aus Zeitmangel in einem ersten Schritt nur monochrom versorgt worden sind. Man kann die Technik aber auch in einer Sitzung anwenden.

Rauber GB, Bernardon JK, Vieira LC, Baratieri LN. Evaluation of a technique for color correction in restoring anterior teeth. J Esthet Restor Dent 2017;29:309-316.

 

Einfluss des Behandlers auf den Erfolg von Implantaten
Es gibt Studien, die davon ausgehen, dass die Erfahrung und das Können des Behandlers für eine hohe Erfolgsrate beim Setzen von Implantaten wichtig sind. Dennoch wird kontrovers diskutiert, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Erfahrung des Be- handlers und einem möglichen Misserfolg nachweis- bar ist. Studien zur klinischen Erfahrung werden oft dadurch beeinflusst, dass komplexere Fälle häfig an erfahrenere Behandler überwiesen werden und der Einfluss der Fähigkeit sich deshalb weniger gut untersuchen lässt.
Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie war es, neben anderen Faktoren den Einfluss verschiedener Chirurgen auf das Setzen und die Häufigkeit eines Misserfolges bei Implantaten zu untersuchen. Analysiert wurden Daten von 2.670 Patienten einer Spezialklinik, bei denen zwischen 1980 und 2014 10.096 Implantate inseriert worden waren. Auf Behandlerseite wurden nur Chirurgen eingeschlossen, die mindestens schon 200 Implantate in der Klinik gesetzt hatten. Die Daten wurden unter Berücksichtigung von Knochenangebot, Knochenqualität, Ort des Implantats, Implantatoberfläche und Implantatsystem für jeden Behandler statistisch ausgewertet. Zehn Behandler konnten in die Studie eingeschlossen werden. Die Unterschiede bei den Überlebenskurven waren zwischen den Behandlern statistisch signifikant. Folgende Variablen zeigten hierbei einen statistisch signifikanten Einfluss: Chirurg, Bruxismus, Einnahme von Antidepressiva, Ort des Implantats, Implantatlänge und Implantatsystem. Der Chirurg mit der höchsten Anzahl an Misserfolgen inserierte am meisten Implantate in Bereiche mit schlechter Knochenqualität und Implantate mit maschinierter Oberfläche, während der Chirurg mit der höchsten Erfolgsrate vor allem moderne Implantatsysteme einsetzte. Es zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Implantaten mit maschinierter Oberfläche und modernen Implantaten.

Schlussfolgerungen: Bei den Misserfolgsraten der unterschiedlichen Behandler wurden teilweise statistisch signifikante Unterschiede festgestellt. Auch wenn ein direkter kausaler Zusammenhang nicht bestätigt werden konnte, deuten die Resultate der vorliegenden Studie darauf hin, dass die Technik, das Können und/ oder das Urteilsvermögen eines Chirurgen die Erfolgs- rate von Implantaten negativ beeinflussen können.

Chrcanovic B, Kisch J, Albrektsson T, Wennerberg A. Impact of different surgeons on dental implant failure. Int J Prosthodont 2017;30:445-454.