Angaben zur Dicke von Artikulations­papier nicht immer korrekt
Artikulationspapiere und -folien sind die am weitesten verbreiteten Hilfsmittel zur Überprüfung von stati-schen und dynamischen Kontakten in der restaurativen bzw. rekonstruktiven Zahnmedizin. Sie werden von den Herstellern in verschiedenen Schichtstärken und Farben angeboten. Die Farben helfen, statische von dynamischen Kontakten zu unterscheiden. Bislang wurden die Herstellerangaben zur Dicke der Folien noch nicht wissenschaftlich überprüft. Halperin et al. definierten 1982, dass ein ideales Artikulationspapier wegen der Propriorezeptoren nicht dicker als 21 μm sein sollte. Mit Hilfe eines Präzisionsmikrometers (Series 293, Fa. Mitutoyo, Japan) mit einer Messgenauigkeit von 0,001 mm wurde die Dicke von fünf Artikulationspa-pieren und sechs Artikulationsfolien untersucht. Die Abweichungen der gemessenen Werte von den Herstellerangaben waren teilweise sehr hoch. Zwar ist die Messung mit dem Mikrometer keine 100 %ige Reproduktion der Situation im Mund, aber sie zeigt, dass Artikulationspapiere und -folien in der Regel dicker sind als vom Hersteller angegeben.

Schlussfolgerungen: Die Dicke von Artikulationspapier und -folien kann stark von den Herstellerangaben abweichen und bei der Beurteilung von Kontakten zu Fehleinschätzungen führen.

Malta Barbosa J, Urtula AB, Hirata R, Caramês J. Thickness evaluation of articulating papers and foils. J Esthet Restor Dent 2017 Nov 3 [Epub ahead of print].


Schienentherapie bei kraniomandibu­lären Dysfunktionen nicht effektiver

Die Prävalenz von kraniomandibulären Dysfunktionen (CMD) liegt zwischen 30 und 44 %. Bis zu 25 % der Population suchen deswegen professionelle Hilfe. Die auftretenden Symptome stehen meist im Zusammenhang mit Schmerzen im Bereich des Kiefergelenks und können Kopfschmerzen, Verspannungen, eingeschränkte Beweglichkeit und Geräusche im Kiefergelenk einschließen. CMD lassen sich konservativ oder chirurgisch behandeln. Konservative Behandlungen umfassen die Verabreichung von Schmerzmitteln, Anästhesien, Physiotherapie, okklusale Anpassungen, Schienentherapien, Massagen und psychologische Beratungen. Eine okklusale Schiene wird als entfernbare künstliche Okklusalfläche definiert, die zur Diagnostik oder Therapie die Relation zwischen Ober- und Unterkiefer beeinflusst. Sie kann zur okklusalen Stabilisierung, zur CMD-Behandlung oder zum Schutz der Zähne vor einer weiteren Abnutzung eingesetzt werden. Die Rolle der psychologischen Komponente bei CMD wird sehr kontrovers diskutiert. Emotionale Störungen können über das zentrale Nervensystem Muskelhyperaktivitäten verursachen, welche Parafunktionen und okklusale Störungen auslösen. Verschiedene Studien zu den emotionalen Komponenten wurden bei CMD-Patienten durchgeführt, wobei es vor allem um Therapieresistenzen, Schienentherapien und prothetische Versorgungen ging.

Für CMD-Patienten gibt es eine Vielzahl von Eingriffen, die vom Zahnarzt oder anderen Medizinern durchgeführt werden können. Zur Definition einer erfolgreichen Behandlung sollten Forscher sich auf das zu erwartende Ergebnis konzentrieren. Wenn man bedenkt, dass Schmerzen der Hauptgrund für das Aufsuchen eines Arztes sind, sollte unser aktuelles Wis- sen die Multidimensionalität von Schmerzen stärker berücksichtigen. In diesem Zusammenhang könnte das psychologische Profil des Patienten bei der Wahl der effektivsten Therapie für eine persönliche CMD- Diagnostik herangezogen werden. Die Ziele einer CMD-Behandlung sind Schmerzreduktion, Wiederherstellung einer normalen Beweglichkeit des Kauorgans sowie Beseitigung von Störungen der Kiefer- und Kaufunktion. Viele CMDs verlaufen zyklisch und beinhalten Phasen ohne jegliche Symptome.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der vorliegenden Metaanalyse zeigen, dass es keine Evidenz gibt, die einen Unterschied in der klinischen Effektivität zwischen konventionellen und psychosozialen Interventionen bei der Behandlung von CMD belegen würde.

Algabri RS, Alqutaibi AY. No evidence suggests that the clinical effectiveness of conventional occlusal splints is superior to that of psychosocial interventions for myofascial temporomandibular disorders pain. J Evid Based Dent Pract 2017;17:399-401.