Intraorale Scanner messen Zahnfarbe zuverlässig

Die gestiegenen ästhetischen Ansprüche der Patienten haben die Suche nach Techniken und Protokollen vorangetrieben, die eine einfache und vorhersagbare Farbreproduktion ermöglichen. Soll eine Restauration sich optisch in die Umgebung einfügen, setzt dies eine adäquate Farbwahl voraus. Eine zuverlässige Methode für eine reproduzierbare, genaue Bestimmung der Zahnfarbe wäre ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des gesamten Herstellungsprozesses von dentalen Restaurationen. Die konventionellen Farbskalen wurden über die Jahre optimiert, und es wurde eine wachsende Zahl digitaler, computergestützter Systeme für die Farbbestimmung entwickelt. Mit digitalen Systemen gemessene physikalische Lab-Werte er- möglichen eine objektivere und feiner abgestufte Farbbestimmung als die Werte der konventionellen Farbskalen. Dennoch ist die instrumentelle Farbmessung in Zahnarztpraxen noch nicht sehr verbreitet, was am zusätzlichen finanziellen und zeitlichen Auf- wand für den Einsatz der Geräte liegen dürfte.

Intraorale 3-D-Scansysteme ermöglichen heute die Erfassung von dreidimensionalen Oberflächeninformationen der Zähne und eine fotorealistische Darstellung der Zahnfarben des Patienten. Ziel der vorliegenden Studie war ein In-vivo-Vergleich zwischen einem neuen 3-D-Scanner mit Farbmessfunktion sowie herkömmlichen visuellen und digitalen Farbmessungen. Bei 20 Patienten wurden die Farben von 40 Zähnen auf sieben verschiedene Arten bestimmt: (1) Gruppe Zahnarzt mit Hilfe des Vita 3D-Masters, (2) Gruppe Zahntechniker mit Hilfe des Vita 3D-Masters sowie mit den Systemen (3) 3Shape Trios, (4) Vita Easyshade, (5) Vita Easyshade Advanced, (6) SpectroShade und (7) SpectroShade Micro. Die digitalen Messungen der Gruppen 3 bis 7 wurden für jeden Zahn dreimal wiederholt. In allen Gruppen wurden sowohl die CIE- Lab-Werte als auch die Farbwerte des Vita-3D-Masters notiert. Die Wiederholgenauigkeit und die relative Richtigkeit der Vita-3D-Master-Werte wurden mit Chi-Quadrat-Tests nach Pearson (α < 0,05) statistisch unter- sucht. Aus den CIE-Lab-Werten wurden Farbdifferenzen (ΔE-Werte) berechnet, die als Grundlage für eine multidimensionale Skalierung und zur Bestimmung der Differenzen zwischen den Gruppen mittels einfaktorieller Varianzanalyse mit dem Tamhane-Post-hoc-Test (α < 0,05) dienten.

Die resultierenden ΔE-Werte zeigten, dass die Unterschiede zwischen den Ergebnissen der Zahnärzte, der Zahntechniker und des intraoralen Scansystems 3Shape klinisch nicht relevant und zu vernachlässigen sind. Das intraorale Scansystem (3) und die digitalen Systeme (4 bis 7) wiesen keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Wiederholgenauigkeit bei der Farbbestimmung auf. Bei SpectroShade Micro (7) wurde jedoch eine signifikant bessere relative Richtigkeit als bei den anderen Geräten festgestellt.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass mit intraoralen Scansystemen sowohl die Zahnfarbe ohne zusätzliche konventionelle Methoden messbar ist als auch die Zahnoberfläche dreidimensional erfasst werden kann, was die Arbeitsabläufe weiter optimieren und vereinfachen wird.

Mehl A, Bosch G, Fischer C, Ender A. In vivo tooth- color measurement with a new 3D intraoral scanning system in comparison to conventional digital and visual color determination methods. Int J Comput Dent 2017;20:343-361.

In-Office-Bleaching mit oder ohne Licht gleichwertig

Das Bleichen von Zähnen zählt zu den beliebtesten kosmetischen Behandlungen, da es technisch einfacher und günstiger ist als z. B. eine Versorgung mit Veneers und überdies als eine sehr konservative Methode zur Behandlung verfärbter Zähne gilt. Beim Bleichen vitaler Zähne wird zwischen „in-office“ (professionell in der Praxis durchgeführt), „at-home“ (professionell überwacht) und „over-the-counter“ (käufliche P egeprodukte aus der Apotheke oder der Drogerie) unterschieden. Alle Produkte basieren auf Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid als aktive Substanz. Einige der auf dem Markt erhältlichen In- Office-Bleichmittel bedürfen einer zusätzlichen Aktivierung durch Licht oder Wärme. Dafür lassen sich verschiedene Lichtquellen wie Laser und LED-, Plasma- oder Halogenlampen verwenden. Der theoretische Vorteil der Lichtquellen besteht in der Erwärmung des Wasserstoffperoxids, welche zu einer erhöhten Freisetzung freier Radikale zur Oxidation komplexer organischer Moleküle führen soll.  Lichtaktivierte Bleichmitteln haben laut Angaben der Hersteller eine höhere Wirksamkeit, aber dieser Zusammenhang wird in verschiedenen randomisierten klinischen Studien kontrovers diskutiert. Es gibt Untersuchungen, die eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne durch die Lichtaktivierung und die damit verbundene höhere Freisetzung von Radikalen aufzeigen.

In der vorliegenden systematischen Übersichtsarbeit sollte die Frage untersucht werden, ob eine Lichtaktivierung beim In-Office-Bleaching im Vergleich zum Vorgehen ohne Lichtaktivierung bei erwachsenen Patienten effektiver ist und eine erhöhte Zahnempfindlichkeit verursacht. Es wurden nur randomisierte klinische Studien zum In-Office-Bleaching bei Erwachsenen mit und ohne Lichtaktivierung zwischen 1990 und 2017 berücksichtigt. Zur Bewertung eines möglichen Bias und zur Qualitätskontrolle kam ein Werkzeug der Cochrane Collaboration zum Einsatz. Für die verschiedenen Konzentrationen des Wasserstoffperoxids wurden die Farbunterschiede (ΔE*, ΔSGU) und das Risiko einer Zahnüberempfindlichkeit (TS) als Parameter bewertet. Von 6.663 Artikeln konnten nur 21 randomisierte klinische Studien eingeschlossen werden. Es fanden sich keine statistisch signifikanten Werte für die Farbunterschiede (ΔE*, ΔSGU) und das Risiko einer TS (p > 0,05). Für ΔE und das Risiko einer TS war die Qualität der Evidenz mäßig, während diejenige der Evidenz für ΔSGU und die Intensität der TS sehr niedrig bzw. niedrig war.

Schlussfolgerungen: Ohne auf mögliche Variationen der Behandlungsprotokolle einzugehen, scheint die in der Werbung von Herstellern oft erwähnte zusätzliche Aktivierung von In-Office-Bleichmitteln mit Licht unabhängig von der verwendeten Wasserstoffperoxidkonzentration weder die Bleichwirkung zu verbessern noch eine erhöhte Zahnempfidlichkeit auszulösen.

Maran BM, Burey A, de Paris Matos T, Loguercio AD, Reis A. In-office dental bleaching with light vs. without light: A systematic review and meta-analysis. J Dent 2017 Dec 29 [Epub ahead of print].