Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Fotografie ist aus der modernen Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken. Sie ist zu einem elementaren Bestandteil der Befundung, der Diagnostik, der Kommunikation und des Marketings sowie zu einem Gradmesser für den klinischen Behandlungserfolg geworden. Seit der Einführung der digitalen Fotografie vor 20 Jahren hat sich viel verändert. Das Angebot auf dem Markt ist vielfältig und vor allem für Einsteiger nur schwer überschaubar. Das Internet und die sozialen Medien haben nicht zu einer Vereinheitlichung oder zur Entwicklung neuer Standards geführt. Eher das Gegenteil ist der Fall: Es gilt die Regel „Alles ist möglich“, und insbesondere die artistische Fotografie, die mit dem Praxisalltag wenig zu tun hat, erhält den größten Zuspruch.

Dass in vielen Praxen die Vorteile der fotografischen Bildaufzeichnung genutzt werden, ist nicht erstaunlich. Erstaunlich ist eher, dass es immer noch zahlreiche Praxen gibt, in denen dies unterbleibt, und dass die Fotografie oft kein Bestandteil der zahnärztlichen Ausbildung ist. Die Hauptproblematik der dentalen Fotografie liegt in erster Linie im teilweise erschwerten Zugang zum Objekt begründet. Des Weiteren hat der Fotograf mit der Ausleuchtung, mit perspektivischen Verzeichnungen und mit der Standardisierung zu kämpfen. Es ist naheliegend, professionelle Ansprüche an die Fotodokumentation zu stellen. Dies betrifft die Ausrüstung, deren Handhabung sowie die Bearbeitung und Archivierung der Bilder.

In verschiedenen Zeitschriften aus der QuintessenzFamilie sind in der Vergangenheit regelmäßig Beiträge

zur dentalen Fotografie erschienen. Verantwortlich für diese interessanten und lehrreichen Artikel war fast ausschließlich Dr. Wolfgang Bengel, der leider vor 5 Jahren viel zu früh von uns gegangen ist. Sein besonderes Wissen auf dem Gebiet der zahnärztlichen Fotografie hat er zudem in vielen Vorträgen, Buchveröffentlichungen und auch ganz privat weitergegeben. Ich durfte ihn innerhalb der NEUEN GRUPPE sowie anlässlich von gemeinsamen Kursen und Publikationen als souveränen, offenen und herzlichen Menschen kennenlernen. Sein letztes Buch über die digitale dentale Fotografie von 2006 gilt auch heute noch als Standardwerk und kann nach wie vor sehr empfohlen werden.

Wir möchten diese Schwerpunktausgabe Dr. Wolfgang Bengel als Anerkennung für seine großartigen Leistungen (nicht nur) im Bereich der dentalen Fotografie widmen und Ihnen ein paar Anregungen für deren erfolgreichen, reproduzierbaren und sicheren Einsatz in Ihrer Praxis vermitteln.

Viel Spaß beim Lesen.
Ihr Dr. Alessandro Devigus, Bülach, Schweiz

QUINTESSENZ ZAHNMEDIZIN | Jahrgang 70 • Ausgabe 12 • Dezember 2019

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