Hybridmaterialien für Inlays und Inlays

Keramische Inlays und Onlays sind in der restaurativen Zahnheilkunde wegen ihrer ästhetischen Qualität, Langlebigkeit, Verschleißfestigkeit, Farbstabilität, Biokompatibilität, konservativen Behandlung und hohen Langzeitüberlebensraten beliebt. Im Rahmen des technologischen Fortschritts werden computer- gestützte Konstruktions- und Fertigungstechniken immer häufiger für die Herstellung von indirekten ästhetischen Restaurationen eingesetzt. Es ist möglich, keramische Restaurationen in einem Arbeitsgang zu fertigen, wobei die Abformung mit Intraoralscannern erfolgt. Dadurch beschleunigt sich der Behandlungsablauf, und Prozessfehler, die als Folge von Abformung und Modellherstellung entstehen, werden eliminiert. Neben klassischen Keramiken kommen vermehrt auch hybride Werkstoffe zum Einsatz.

In der vorliegenden In-vivo-Studie wurde die klinische Leistungsfähigkeit eines nanokeramischen Kompo- sitmaterials (GC Cerasmart) über einen Zeitraum von 2 Jahren bei 14 Patienten untersucht. 30 Inlays aus Lithiumdisilikat-Glaskeramik (Kontrollgruppe) und 30 Inlays aus nanokeramischem Kompositmaterial (Testgruppe) wurden eingegliedert und 1 Woche, 6 Monate, 1 Jahr und 2 Jahre nach der Zementierung mit den modifizierten United-States-Public-Health-Service (USPHS) -Kriterien sowie bezüglich Gingiva- und Plaqueindex nachuntersucht. Der Friedman-Test wurde für den signifikanten Zeitunterschied und der Wilcoxon-Test für die Bestimmung der Unterschiede verwendet. Die Analyse der klinischen Parameter so- wie der Differenzen der Gingiva- und Plaqueindizes im Zeitverlauf erfolgte mit dem Chi-Quadrat-Test. Es wurde kein statistisch signifikanter Unterschied (p > 0,05) zwischen den beiden Gruppen im Hinblick auf die modifizierten USPHS-Kriterien sowie die Auswertung von Gingiva- und Plaqueindizes gefunden. Die Gesamtüberlebensrate betrug nach 2 Jahren für beide Gruppen 100 %.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse dieser In-vivo-Studie deuten darauf hin, dass sowohl nano- keramische Kompositmaterialien als auch Lithium- disilikat-Glaskeramiken erfolgreich in die Behand- lung von Inlay- und Onlay-Restaurationen integriert wurden. Bei den nanokeramischen Kompositmate- rialien entfällt die Kristallisation bzw. Glasur in einem Brennofen, was die Verarbeitungszeit zusätzlich reduziert und die Effektivität steigert.

Coskun E, Aslan YU, Özkan YK. Evaluation of two different CAD-CAM inlay-onlays in a split-mouth study: 2-year clinical follow-up. J Esthet Restor Dent 2019 Oct 23 [Epub ahead of print].

Hochtransluzentes Zirkonoxid ist verschleißfest und antagonisten­freundlich

Die hervorragenden mechanischen Eigenschaften und die Biokompatibilität von Zirkonoxid haben in Verbindung mit den Fortschritten der CAD/ CAM-Technologie dazu geführt, dass dieses Material als Werkstoff für Zahnersatz immer beliebter wird. Zirkonoxid kann bei Raumtemperatur durch Legieren mit verschiedenen Additiven (meta)stabilisiert werden, und das Härten in der Phase der Umwand- lung, welches zu einer verbesserten Festigkeit führt, hängt von der Art und Menge des Stabilisators ab. Konventionelles zahnärztliches Zirkonoxid wird üblicherweise als „hochfest“ bezeichnet (~ 1 000 MPa), enthält im Allgemeinen 3 Mol-% Yttriumoxid und trägt oft den Namen 3Y-TZP (3 Mol-% yttriumoxid- stabilisiertes tetragonales polykristallines Zirkonoxid). Dennoch weisen 3Y-TZP-Restaurationen eine relativ schlechte Transluzenz auf, und es ist häufig eine Verblendung mit einer Glaskeramik notwendig, obwohl in den letzten Jahren Verbesserungen erzielt wurden. Um das frühzeitige Absplittern von Verblendkeramik in zweischichtigen Restaurationssystemen zu vermeiden und eine weniger invasive Präparation von Zahnhartsubstanz durch adhäsive Befestigung mit lichthärtenden Kompositzementen zu ermöglichen, geht derTrend eindeutig in Richtung monolithischer Keramikrestaurationen, was den Bedarf an hoch- transparenter Zirkonoxidkeramik erhöht. Die robusteste Methode zur Verbesserung der Transluzenz von yttriumoxidhaltigen Zirkonoxidkeramiken besteht darin, den Yttriumoxidgehalt durch die Einführung von optisch isotroperem kubischem Phasenzirkonoxid und weniger doppelbrechendem tetragonalem Zirkonoxid zu erhöhen und gleichzeitig die Lichtstreuung durch Sekundärphasen wie Aluminiumoxidpartikel und Porositäten zu minimieren. Zirkonoxidkeramiken, die mit höherenYttriumoxidgehalten wie 4 oder 5 Mol-% stabilisiert sind, werden daher seit Kurzem von Dentalherstellern eingesetzt.

Das Ziel der vorliegenden In-vitro-Studie bestand darin, den Zweikörperverschleiß von drei mit 3, 4 bzw. 5 Mol-% yttriumoxidstabilisierten Zirkonoxid- keramiken zu bewerten und ihr Verschleißverhalten mit dem einer Lithiumdisilikat-Glaskeramik zu ver- gleichen. 16 rechteckige Proben aus den drei Sorten Zirkonoxidkeramik und einer Lithiumdisilikat-Glas- keramik wurden in einem Kausimulator (2 kg verti- kale Last, 2,1 Hz) unter Wasser bei 90 °C für 1,2 x 106 Zyklen (ca. 7 Tage) im Ball-on-Plate-Modus gegen

Steatit-Antagonisten poliert und dynamisch belas- tet. Vor und nach der Verschleißprüfung erfolgten Messungen der Oberflächenrauheit. Verschleißspuren wurden mit einem berührungslosen 3-D-Profilo- meter gescannt und mittels Überlagerungen der Verschleißverluste der Antagonisten bestimmt. Die Abbildung der Verschleißflächen erfolgte mittels Rasterelektronenmikroskopie. Die Röntgendiffraktometrie und die Mikro-Raman-Spektroskopie wurden eingesetzt, um die Phasenumwandlung und den Spannungszustand in den abgenutzten und nicht abgenutzten Bereichen der Zirkonoxidkeramik zu charakterisieren.

Unabhängig von der Bruchzähigkeit, Festigkeit und Alterungsanfälligkeit zeigten die drei Zirkonoxidkeramiken einen vergleichbaren, begrenzten Verschleiß und waren verschleißfester als die Lithiumdisilikat- Glaskeramik. Bei allen untersuchten Zirkonoxidkeramiken wurde ein abrasiver Verschleiß ohne offensichtliche Risse beobachtet, während die Glaskeramik mit einer niedrigeren Ermüdungsschwelle und einer hohen Anfälligkeit für Oberflächenauflösung einen signifikanten Abrasions-, Ermüdungs- und Korrosions- verschleiß aufwies. Alle drei Zirkonoxidkeramiken zeigten einen geringeren Antagonistenverschleiß als die Glaskeramik, und es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen ihnen festgestellt.

Zhang F, Spies BC, Vleugels J et al. High-translucent yttria-stabilized zirconia ceramics are wear-resistant and antagonist-friendly. Dent Mater 2019;35:1776-1790.